ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2003Kinderonkologie: Fallpauschalen sind nicht „altersgerecht“

AKTUELL

Kinderonkologie: Fallpauschalen sind nicht „altersgerecht“

Dtsch Arztebl 2003; 100(10): A-588 / B-504 / C-476

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: dpa
Foto: dpa
Übertragung der gültigen DRGs auf die Therapie von Kindern ist unrealistisch.
An Krebs erkranken in Deutschland jährlich rund 1 800 Kinder. Dank der etablierten Therapieschemata können zwei Drittel von ihnen geheilt werden. Diese Erfolgsrate aber steht auf dem Spiel, wenn – wie geplant – das neue Abrechnungssystem der DRGs (Diagnosis Reated Groups) etabliert wird. Dann kann eine optimale Therapie und Betreuung der krebskranken Kinder nicht mehr gewährleistet werden, hieß es auf einer Pressekonferenz der Deutschen Krebshilfe in Bonn.
Prof. Dr. med. Ulrich Göbel, Kinderonkologe am Universitätsklinikum Düsseldorf, kritisierte, dass die derzeit gültigen Fallpauschalen von den Erwachsenen auf die Kinder übertragen wurden. Das aber sei unrealistisch, da die Behandlung bei Kindern anderen Schemata folge, eine häufigere stationäre Behandlung und einen höheren Pflegeaufwand erfordere. „Werden die DRGs nicht nachgebessert, bedeutet dies Einbußen von 30 bis 40 Prozent für die Kinderkliniken“, sagte der Kinderonkologe. Die Konsequenzen sind nach seinen Worten klar: „Die Kinderkliniken werden ihre Aufgaben nicht mehr in der bisherigen Form erfüllen können, denn schon jetzt arbeiten wir am Rande des Defizits.“
Generell begrüßte Göbel, ebenso wie Gerd Nettekoven (Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe), die Honorierung über Fallpauschalen. In vielen Bereichen sei dies eine vernünftige Regelung, und das könne durchaus auch für die Kinderonkologie gelten. Allerdings dürfe nicht die Situation aus der Erwachsenenmedizin auf die pädiatrische Onkologie übertragen werden.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema