ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2003Ökonomie: Kapital und Arbeit gleichverpflichten

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Ökonomie: Kapital und Arbeit gleichverpflichten

Dtsch Arztebl 2003; 100(10): A-619 / B-529 / C-500

Petschow, Dieter

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LNSLNS Ökonomie ja, aber bitte so: Hierzulande erarbeiten die 20- bis 60-Jährigen zz. ca. 2 100 Milliarden Euro (BIP). Von 14,3 % Gesundheitsleistungen sind 80 % (ca. 240 Milliarden Euro) für die Menschen über 60 Jahre. Für Rente werden 220 Milliarden Euro einbehalten. 80 % allen inländischen Besitzes gehört den Bürgern über 60 Jahre, die Arbeitswelt zahlt ihnen für Zinserträge sowie an Miete und Pacht ca. 560 Milliarden Euro, insgesamt also 1 020 Milliarden Euro oder 48 % der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung. Wer hat jemals ein solches Verteilungssystem erlebt? Kapitalerträge sind frei von Sozialabgaben – kommen aber aus Arbeit! Selbstverständlich gibt es in Deutschland diejenigen fleißig gewesenen Alten, die heute nur von ihrer Rente leben. Für diese und die lohnabhängig arbeitende Bevölkerung mit ihren Kindern gilt natürlich die geforderte Mittelbegrenzung, nachdem sie neben Rente und Krankenkasse o. g. Rendite erarbeitet haben. Denn ohne diese „Produktivität“ würde ihnen doch gar nicht erst Arbeit „gegeben“. Die sozialbeitragspflichtige Lohnsumme liegt heute unter 50 % BIP, den Rest gibt es schon ohne Sozialbindung, davon den Großteil für die Alten. Deshalb sind die Lohnnebenkosten so hoch! Sollte Rendite irgendwann sozial­ver­sicherungs­pflichtig werden (Urteil des BVG!), halbierten sich die Beitragssätze für Arbeitnehmer und -geber. Die Bevölkerung hätte « Geld für eine satte Gesundheitspolitik, ¬ mehr Geld für sinnvolle Arbeit,
­ mehr Geld für die Jugend, ® weniger Arbeitslose. Arbeit lohnte sich wieder. Der Staat bekäme sogar mehr Steuern. Eins geht eben nur, systematischer Geiz im profitablen Geldsystem oder Versorgung im Sozialsystem. Wer aber beides für sich durchsetzen will, der rationiert eben bei denen, die sowieso schon fast alles bezahlen.
Dr. Dieter Petschow,
Am Kielenkamp 35, 30855 Langenhagen
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