ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2003Abwanderung: Verfahrene Situation

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Abwanderung: Verfahrene Situation

Dtsch Arztebl 2003; 100(10): A-620 / B-529 / C-501

Bock, Peter

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LNSLNS Ich lese und höre in letzter Zeit in allerlei Publikationsorganen der Fach- und Laienpresse von medizinischem und nichtmedizinischem Führungspersonal, Politikern und so genannten Standesvertretungsorganisationen oder auch direkt von Führungsverantwortlichen zahllose Klagen darüber, dass kein medizinischer Nachwuchs mehr zu akquirieren sei und eine Abwanderung von Kräften, soweit sie noch vorhanden sind, in andere Bereiche oder in das Ausland stattfände und Universitätsabsolventen primär schon den kurativen Sektor mieden. Die Ursache hierfür ist sehr einfach – wenn auch den klagenden Personen offenbar (gewollt?) nicht bewusst – und sehr kurz auszudrücken: Wenn die Assistenzärzte in der Sichtweise des Führungspersonals und der nichtärztlichen Berufsgruppen, die dem Führungspersonal oft wesentlich mehr am Herzen zu liegen scheinen als ihre jungen Kollegen, in der Klinikhierarchie noch hinter der Kaffeemaschine im Schwesternzimmer rangieren, so darf man sich nicht wundern, dass dieser Abwanderungstrend ungebrochen anhält. Die verbleibenden Kollegen haben dann auch nicht zeitlebens Lust, die durch den Mangel verursachte Mehrbelastung durch unbezahlten Raubbau an ihrer körperlichen und psychischen Integrität, die immerhin verfassungsgemäß verbrieftes Recht eines jeden Bürgers ist, sowie Mobbing und berufliche Perspektivlosigkeit als nettes Dankeschön für geleistete Arbeit zu kompensieren. Auch die „Standesorganisationen“ mit ihren schwachsinnigen Weiter­bildungs­ordnungen und Fortbildungsrichtlinien tragen nicht unerheblich zu der verfahrenen Situation bei, sind sie doch teilweise regelrechte Druckinstrumente für die Assistenten.
Dr. Peter Bock, Im Heienbach 38, 36199 Rotenburg/Fulda
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