ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2003Sexualstraftäter: Erkenntnisse nutzen

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Sexualstraftäter: Erkenntnisse nutzen

PP 2, Ausgabe März 2003, Seite 100

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LNSLNS Berufsverband fordert mehr Therapie im Maßregelvollzug.
Die Verabschiedung eines Aktionsplanes der Bundesregierung zum besseren Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt und Missbrauch wird vom Berufsverband Deutscher Psychologen e.V. (BDP) begrüßt. Vizepräsident und Rechtspsychologe Uwe Wetter macht jedoch darauf aufmerksam, dass die Probleme, die in allen Parteien die Aufgeschlossenheit für schärfere Maßnahmen haben wachsen lassen, nicht durch härtere Bestrafung allein gelöst werden könnten. Ebenso wichtig sei es, bei der Therapie und Begutachtung von Straftätern den Stand wissenschaftlicher Erkenntnis zu nutzen und klare Qualitätsmaßstäbe festzulegen.
Der BDP weist darauf hin, dass nur ein kleiner Teil der Sexualstraftäter nach heutigem Kenntnisstand nicht therapierbar sei. Bei der großen Mehrheit, die durch gewalttätige Erziehung oder andere Umstände vorgeprägt ist, würde Therapie „sehr wohl greifen“. Sexualstraftäter in deutschen Strafanstalten würden jedoch noch immer „zu sehr verwahrt und zu wenig therapiert“. Obwohl eine Beschlusslage des Bundes zum Ausbau der therapeutischen Angebote im Maßregelvollzug vorliege, geschehe auf Länderebene aus Geldmangel zu wenig. „Einen unverstellten Blick auf die Fakten“ verlangt der Berufsverband daher. Dazu gehöre, dass entgegen medial vermittelter Eindrücke die Fallzahl sexuell motivierter Tötungen von Kindern in den vergangenen Jahren rückläufig sei. Auch die Rückfälligkeit sei mit etwa einem Fünftel der verurteilten Täter niedriger als in der Öffentlichkeit vermutet.
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