ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2003Sexueller Missbrauch: Rechtlichen Schutz erweitern

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Sexueller Missbrauch: Rechtlichen Schutz erweitern

PP 2, Ausgabe März 2003, Seite 102

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Den Teufel an der Hand: Zeichnung eines sexuell missbrauchten Kindes Foto: UNICEF
Den Teufel an der Hand: Zeichnung eines sexuell missbrauchten Kindes Foto: UNICEF
Bundeskabinett hat Aktionsplan zum Schutz von Kindern vorgelegt.
Das Bundeskabinett hat einen Aktionsplan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung verabschiedet. Darin werden die Aktivitäten der Bundesregierung zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch, Kinderpornographie (im Internet), Kinderhandel und -prostitution gebündelt. Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Renate Schmidt und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries haben das Projekt Ende Januar in Berlin vorgestellt. Ziel ist es, den strafrechtlichen Schutz von Kindern und Jugendlichen weiterzuentwickeln, Prävention und Opferschutz zu stärken, die internationale Strafverfolgung und Zusammenarbeit sicherzustellen sowie die Vernetzung der Hilfs- und Beratungsangebote zu fördern.
In Deutschland würden jährlich etwa 15 000 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch erfasst, die Dunkelziffer sei höher, erläuterte Schmidt. „Die neuen Möglichkeiten des Internets machen weitere Anpassungen im Strafrecht erforderlich“, sagte Zypries. Unter anderem soll eine Verschärfung der Strafvorschriften gegen den Erwerb und den Besitz kinderpornographischer Schriften die zunehmende Verbreitung von Kinderpornographie im Internet wirksamer bekämpfen. Einen großen Stellenwert haben zudem präventive Maßnahmen, die sich an Kinder, Eltern, Polizei, Justiz und die Tourismusbranche richten. In 90 Städten gibt es bereits ein unentgeltliches Kinder-Krisen-Telefon, in 22 Kommunen ein Eltern-Krisen-Telefon.
Mit dem Ziel, die Vernetzung besser zu koordinieren, fördert die Bundesregierung das beim Deutschen Jugendinstitut angesiedelte Informationszentrum Kindesmisshandlung/Kindesvernachlässigung als bundesweite Informations- und Vernetzungsstelle. Weitere Informationen im Internet unter www.bmfs fj.de und www.bmj.de
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