ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2003Demenz-Patienten: Pflegekapazität nicht gesichert

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Demenz-Patienten: Pflegekapazität nicht gesichert

PP 2, Ausgabe März 2003, Seite 102

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Institutionelle Pflege muss ausgebaut werden. Foto: dpa
Institutionelle Pflege muss ausgebaut werden. Foto: dpa
Expertenforum zum Stand der Versorgung bei Demenz

Zwischen einer und 1,5 Millionen älterer Menschen leiden an Demenz, 800 000 davon an Alzheimer-Demenz. 200 000 Neuerkrankungen kommen jedes Jahr hinzu – Tendenz steigend.
Neben der Belastung für Betroffene und Angehörige dürfe die Belastung dieser „ökonomisch erstrangigen Alterskrankheit“ für das Gesundheitswesen nicht unterschätzt werden, betonte Dr. med. Johannes F. Hallauer vom Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften an der Charité Berlin beim Expertenforum „Strategien gegen Demenz“ in Köln. Veranstalter waren der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVND) und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein. Nicht gesichert sei die Pflege, denn bis zum Jahr 2040 sei mit einer Verdoppelung der Patientenzahlen bei den über 80-Jährigen zu rechnen, so Hallauer. Da die familiäre Betreuung abnehme, müsse die institutionelle ausgebaut werden. Doch schon jetzt könnten die Betroffenen in Pflegeheimen nur unzureichend versorgt werden, kritisierte Dr. med. Franz Bergmann vom BVND: Es mangele an ausgebildetem Personal, an finanziellen Mitteln für begleitende Therapien und die Unterstützung der Angehörigen. Der Budgetzwang bei der Versorgung mit antidementiven Medikamenten sei bei gesetzlich krankenversicherten Patienten deutlich zu spüren. Auch ambulant sei die Versorgung zum Mindest-standard nicht möglich, sagte Bergmann, denn die durchschnittliche Vergütung eines Nervenarztes für einen Demenzpatienten liege bei rund 15 Euro im Monat.
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