ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2003Ambulante Entwöhnung: Ebenso wirksam wie stationäre Entwöhnung

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Ambulante Entwöhnung: Ebenso wirksam wie stationäre Entwöhnung

PP 2, Ausgabe März 2003, Seite 122

MS

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LNSLNS Suchtkranke werden meistens stationär entwöhnt. Daneben hat sich in den letzten zehn Jahren das Angebot ambulanter Entwöhnungsprogramme in Suchtberatungsstellen und Suchtfachambulanzen vergrößert. Deren Wirksamkeit wurde bisher kaum untersucht. Eine Studie zeigt jetzt, dass mit ambulanten Entwöhnungsprogrammen ähnliche Resultate erzielt werden können wie mit stationären. Der Psychotherapeut Mathias Wiesheu befragte 121 ehemalige Patienten, darunter vor allem alkoholabhängige Männer, die in der Fachambulanz für Suchtkranke, Rüsselsheim, behandelt worden waren. Schwerpunkte des Behandlungsprogramms bildeten die Konzepte der Tiefenpsychologie, der systemischen und lösungsorientierten Therapie und der humanistischen Psychotherapie. Ergänzt wurden diese durch neuere suchtspezifische Konzepte der Verhaltenstherapie (zum Beispiel zur Rückfallprophylaxe). Daneben wurden Einzeltherapiegespräche durchgeführt und Paar- oder Familientherapie angeboten. Im Schnitt wurden die Patienten siebeneinhalb Monate behandelt. Als Indikator für die Wirksamkeit des Programms zieht Wiesheu unter anderem die Abstinenz heran. „Die Abstinenzraten bewegen sich je nach Berechnungsform zwischen 50 und 73 Prozent.“ Sie liegen damit im Niveau anerkannter ambulanter und stationärer Entwöhnungsprogramme. Für den Autor weisen die Ergebnisse auf eine gute Qualität sowohl des Rüsselsheimer Behandlungsangebotes als auch anerkannter ambulanter Entwöhnungsprogramme hin. ms

Wiesheu M: Ambulante Entwöhnungsbehandlung. Ergebnisse einer katamnestischen Befragung in einer Fachambulanz für Suchtkranke. Report Psychologie 2002; 9: 556–565.

Mathias Wiesheu, Fachambulanz für Suchtkranke, Caritas, Freiligrathstr. 10, 65428 Rüsselsheim, Telefon: 0 61 42/6 82 22, Fax: 0 61 42/6 34 86, E-Mail: suchtbera tung-ruesselsheim@caritas-offenbach.de
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