ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/1996Nabelschnurblut statt Knochenmarktransplantation?

MEDIZIN: Referiert

Nabelschnurblut statt Knochenmarktransplantation?

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LNSLNS Die allogene Knochenmarktransplantation ist durch die geringe Anzahl passender Spender und die Gefahr einer Graft-versus-host-Erkrankung (GVHD) limitiert. Als Alternative zur Knochenmarktransplantation wurde in der Vergangenheit die Transplantation von hämatopoetischen Stammzellen aus Nabelschnurblut erprobt.
Amerikanische Pädiater untersuchten in einer Studie an 44 Patienten mit erworbenen oder angeborenen Hämatoblastosen, Neuroblastomen oder metabolischen Erkrankungen die klinische Anwendung der Nabelschnurbluttransplantation zur Wiederherstellung der Hämatopoese. Bei HLA-Identität oder alleiniger HLA-1-Disparität kam es nach 50 Tagen bei 85 Prozent der Patienten zu einer erfolgreichen Transplantatfunktion, die Rate der chronischen GVHD lag nach einem Jahr bei sechs Prozent.
Die Autoren folgern, daß Nabelschnurblut eine effektive Quelle für hämatopoetische Zellen darstellt, und daß die Raten für Transplantatfunktion, akute Abstoßung und chronische GVHD mit denen der Knochenmarktransplantation vergleichbar sind. acc


Wagner JE et al: Allogenic sibling umbilical-cord-blood transplantation in children with malignant and nonmalignant disease. Lancet 1995; 346: 214–19.
Dr. J. Wagner, Dep. of Pediatrics, Div
of Bone Marrow Transplantation,
University of Minnesota, School of Medicine, Minneapolis, Minnesota, MN 55455 USA

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