ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2003Sepsis: Aktiviertes Protein C reduziert Mortalität

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Sepsis: Aktiviertes Protein C reduziert Mortalität

Dtsch Arztebl 2003; 100(11): A-722

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Exakte Zahlen zur Häufigkeit der schweren Sepsis existieren nicht, geschätzt werden zwischen 40 000 und 90 000 Fälle jährlich. Nach Angaben von Prof. Konrad Reinhart (Jena) sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Therapieansätze gescheitert. Mit dem humanen, rekombinanten aktivierten Protein C (XigrisTM) stehe nach 20-jähriger Entwicklung nun eine Substanz zur Verfügung, für die eine signifikante Reduktion der Mortalität nachgewiesen ist.
Diese Aussage belegen die Daten der PROWESS-Studie (Activated Protein C worldwide evaluation in severe sepsis): Hierbei erhielten 1 690 Patienten, die eine Sepsis mit multiplem Organversagen entwickelt hatten, zusätzlich zur optimierten Standardtherapie randomisiert entweder Placebo oder aber aktiviertes Protein C (Drotrecogin alpha aktiviert 24 µg/kgKG/h 96 Stunden lang). Dabei lagen die Mortalitätsraten in der Verumgruppe mit 24,7 Prozent signifikant niedriger als im Placebo-Arm (30,8 Prozent). Oder anders ausgedrückt: Es müssen 16 Patienten behandelt werden, um ein zusätzliches Leben zu retten, oder einer von fünf Todesfällen bei schwerer Sepsis ist zu verhindern.
Das aktivierte Protein C wirkt gerinnungshemmend, profibrinolytisch und antiinflammatorisch. Die Therapie ist allerdings mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden, weshalb Hirntraumata und intrazerebrale Blutungen sowie große chirurgische Eingriffe zu den
absoluten Kontraindikationen zählen, ASS-Medikation (> 650 mg/die) sowie Warfarin, Thrombolyse und Heparintherapie zu den relativen Kontraindikationen.
Das aktivierte Protein C ist nach Angaben von Prof. Hanno Ries (Berlin) auch bei Patienten mit APC-Resistenz (Faktor-V-Leiden-Mutation) klinisch wirksam. Weniger als 0,5 Prozent der Behandelten hätten Antikörper gegen die Wirksubstanz entwickelt, hyperergische Reaktionen seien bei Re-Exposition nicht beobachtet worden.
Dr. Renate Leinmüller
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