ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2003106. Deutscher Ärztetag vom 20. bis 23. Mai 2003 in Köln: Öffentliche Einladung an die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland

POLITIK

106. Deutscher Ärztetag vom 20. bis 23. Mai 2003 in Köln: Öffentliche Einladung an die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland

Dtsch Arztebl 2003; 100(11): A-667 / B-569 / C-537

Hoppe, Jörg-Dietrich

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LNSLNS Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in großer Sorge um die Patientenversorgung hatte die Bundes­ärzte­kammer am 18. Februar einen außerordentlichen Deutschen Ärztetag nach Berlin einberufen, um gegen ein staatsmedizinisches Diktat zu demonstrieren und für mehr Dialog zu streiten. Die Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien haben auf diesem Ärztetag ihre Bereitschaft zum Dialog mit der Ärzteschaft – trotz vorangegangener Irritationen – hervorgehoben. Dies ist umso wichtiger, als gerade in den nächsten Wochen über die bisher bekannten Kommissionen hinaus auch eine interfraktionelle Zusammenarbeit, also de facto eine große Koalition in der Gesundheitspolitik möglich erscheint. Deshalb war es richtig, bereits frühzeitig Reformvorschläge der Ärzteschaft einzubringen, und deshalb wird es wichtig sein, auf dem 106. Deutschen Ärztetag vom 20. bis 23. Mai 2003 in Köln die sich bis dahin abzeichnenden – möglicherweise sogar großen – Leitlinien in der Gesundheitspolitik kritisch zu diskutieren.
Wir wollen und wir werden uns konstruktiv an der Entwicklung des Gesundheitswesens beteiligen. Wir werden auf dem Ärztetag aber auch deutliche Signale aussenden müssen, dass wir eine Abkehr von der unseligen Budgetierungspolitik erwarten. Ein „Lahnstein II“ darf es nicht geben. Wir werden eine patientengerechte Reform einfordern, die es den Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, in Therapiefreiheit und Verantwortung ihren Beruf auszuüben.
Neben der Gesundheits- und Sozialpolitik wird sich der Ärztetag mit der palliativmedizinischen Versorgung in Deutschland befassen. Die Behandlung dieses Themas erfolgt auf Beschluss des 105. Deutschen Ärztetages in Rostock, der sich besorgt über die Gesetzgebung zur aktiven Sterbehilfe in den Nachbarländern Belgien und Niederlande zeigte und deshalb forderte, die bisherigen Bemühungen um die Palliativmedizin zu verstärken und deren Vorteile aufzuzeigen.
Vor dem Hintergrund der Planungen des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums für einen „Ärzte-TÜV“ dürften die Beratungen des Ärztetages über das Fortbildungszertifikat der Ärztekammern von großem öffentlichen Interesse sein. Nach dreijähriger Erprobungsphase sollen die mit den unterschiedlichen Modellprojekten in den Lan­des­ärz­te­kam­mern gemachten Erfahrungen nunmehr in einen bundeseinheitlichen Fortbildungsnachweis münden.
Darüber hinaus wird der Ärztetag eine Novellierung einzelner Vorschriften der (Muster-)Berufsordnung erörtern und über die Neufassung der (Muster-) Weiter­bildungs­ordnung beraten. Im Zentrum der Diskussion wird das auf dem 105. Deutschen Ärztetag in Rostock beschlossene Modell einer einheitlichen Hausarzt-Qualifikation stehen, das als Grundlage für die Novellierung der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung im Jahr 2003 dienen sollte.
Der 106. Deutsche Ärztetag findet zum vorerst letzten Mal in Köln statt. Dies ist eine gute Gelegenheit, die Leistungsbilanz der ärztlichen Selbstverwaltung deutlich zu machen. Die Selbstverwaltung beweist seit über fünf Jahrzehnten, dass sie die ihr übertragenen Aufgaben gleichermaßen praxisnah wie auch fortschrittsgerecht erfüllt. Maßstab unseres Handels sind die Bedürfnisse der Patienten und nicht medizinbehördliche Vorgaben. Denn staatsmedizinische Mechanismen würden nur zu mehr Bürokratismus, Administrierung und Bevormundung führen. Dieser Ärztetag wird unter Beweis stellen, dass die Ärzteschaft auch unter schwierigen Rahmenbedingungen sozial und verantwortungsbewusst die Herausforderungen unserer Zeit annimmt.

Ihr Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe
Präsident der Bundes­ärzte­kammer
und des Deutschen Ärztetages


Eröffnungsveranstaltung
Dienstag, 20. Mai 2003
10.00 Uhr Kölner Philharmonie,
Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln

Programmablauf
1. Grußansprachen
2. Totenehrung
3. Verleihung der Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft
4. Referat des Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer und des Deutschen Ärztetages
5. Nationalhymne
(Musikalische Umrahmung)

Empfang
im Anschluss, circa 13.00 Uhr, für die Teilnehmer, Delegierten und Gäste des 106. Deutschen Ärztetages in der Kölner Philharmonie
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