ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2003Berufsverläufe: In der Pharmaindustrie ähnliche Situation

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Berufsverläufe: In der Pharmaindustrie ähnliche Situation

Dtsch Arztebl 2003; 100(11): A-692 / B-592 / C-556

Burkard, Peter

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LNSLNS . . . Als einer der Hauptgründe für die Benachteiligung von Frauen im Hinblick auf die Erlangung von Führungspositionen in der Medizin wird u. a. sinngemäß angeführt, dass Frauen ihre Ambitionen vielfach wegen des Kinderwunsches und der daraus resultierenden Zeitbeschränkungen zurückstellen müssten, zumal sie vom anderen Geschlecht insbesondere in der Familie zu wenig Rückendeckung bei der beruflichen Weiterentwicklung erfahren würden. Bei dieser Argumentation sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass auch die akademisch ausgebildeten Frauen in der Pharmaindustrie, wo überproportional viele promovierte Medizinerinnen im Vergleich zu anderen Industriebereichen z. B. in der Forschung, im Qualitätsmanagement oder im Medizinmarketing qualifiziert tätig sind, bei der Besetzung von echten Leitungs-und Führungspositionen übergangen werden, und zwar auch dann, wenn sie bei gleicher oder besserer Eignung regelmäßig nachgewiesen haben, dass sie bereit sind, bis zu einhundertdreißig Prozent und mehr der üblicherweise auch im AT/AK-Bereich abforderbaren Arbeitszeit dauerhaft zu absolvieren.
Das führt im Ergebnis dazu, dass bei einem Akademikerinnenanteil von an die dreißig Prozent bei etlichen Unternehmen der Chemie-und Pharmabranche noch keine drei Prozent der im Regelfall überaus qualifizierten Frauen eine Position oberhalb der so genannten Gruppenleiterfunktion innehaben. Mithin kann man die Aussage treffen, dass Frauen auch dann in ihrer Karriere eingeschränkt werden, wenn sie keine Kinder zu erziehen und zu versorgen haben, und ihre Arbeitszeit deswegen einschränken müssen.
Die Begründung für die berufliche Benachteiligung mag in einer männerdominierten Welt auch ohne umfangreiche Untersuchungen klar auf der Hand liegen.
Peter Burkard,
Kastanienallee 16, 64839 Münster
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