ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2003Berufsverläufe: Die Interpretation hinterfragen
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LNSLNS Es ist sehr begrüßenswert und im Zusammenhang mit der Bewältigung der Problematik „Ärzte- und Ärztinnenmangel“ auch strategisch erforderlich, die unterschiedlichen Aspekte der Lebens- und Berufssituation von Ärztinnen und Ärzten zu analysieren, um geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Interpretation der Autorinnen zum Ausmaß der Arbeitszeit von Männern und Frauen möchten wir hinterfragen. Vermutlich ist mit der Formulierung der durchschnittlichen Wochenstundenarbeitszeit die Zeit gemeint, die in der Klinik verbracht wird. Unsere eigenen Erfahrungen sind dahingehend, dass Ärztinnen in höheren bzw. leitenden Positionen aufgrund ihrer zusätzlichen Verantwortung für Kinder und Haushalt die Arbeitszeit in der Klinik höchst effektiv nutzen, seltener z. B. in die Kantine gehen und weniger Zeit mit netzwerkfördernden Gesprächen und Sitzungen verbringen. Stattdessen verlassen sie die Klinik pünktlicher, um zu Hause erst ihre Kinder zu versorgen und ins Bett zu bringen und sich erst danach dem notwendigen Literaturstu-dium, Erarbeiten eigener wissenschaftlicher Beiträge und nicht zuletzt dem Verfassen von OP-Berichten zu widmen.
Auf die angekündigten Analysen sind wir sehr gespannt. Wir wissen bereits und aus anderen Umfragen ist nachgewiesen, dass Ärztinnen zufriedener mit ihrer Lebenssituation sind als Ärzte. Für die Zukunft wird das, was Ärzte und Ärztinnen durch positive Lebenseinstellungen und erfolgreiche Bewältigungsstrategien im familiären Alltag auf ihre Patientinnen und Patienten ausstrahlen, wieder an Bedeutung zunehmen.
Dr. Astrid Bühren, Prof. Dr. Marianne Schrader, Deutscher Ärztinnenbund, Herbert-Lewin-Straße 1, 50931 Köln
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