ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2003Ärztetag: Chance verpasst

BRIEFE

Ärztetag: Chance verpasst

Dtsch Arztebl 2003; 100(11): A-694 / B-593 / C-557

Blum, Christa

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Delegierte beim außerordentlichen Deutschen Ärztetag Foto: Georg Lopata
Delegierte beim außerordentlichen Deutschen Ärztetag Foto: Georg Lopata
Am 18. Februar hatte ich frühmorgens einen Antrag – unterschrieben von zehn Delegierten– eingebracht mit folgendem Text:
Der Deutsche Ärztetag möge beschließen: Wir Ärztinnen und Ärzte lehnen jeden Krieg ab, der nicht der Verteidigung wegen eines nachgewiesenen Angriffs dient. Einen „Vorbeugungskrieg“ („pre-emptive war“) gegen Irak lehnen wir ab, da er zu großen Verlusten unter der ohnehin leidenden Bevölkerung führen würde. Außerdem würde er die Arbeit der UN-Inspekteure beenden, die für den Erhalt von Frieden von größter Bedeutung ist. Unsere ärztliche Aufgabe im Geist Albert Schweitzers ist es, Tod und Leiden unserer Mitmenschen vermeiden zu helfen.
Berlin, den 18. Februar 2003
Die Annahme dieses Antrags und seine Verteilung wurde verweigert mit der Begründung, dass der Ärztetag kein politisches Mandat habe.
Ich denke, dass hier eine große Chance verpasst wurde, neben Papst, Gewerkschaften, Kirchen und vielen anderen Menschen auch von ärztlicher Seite ein Signal zu setzen gegen einen drohenden mörderischen Krieg.
Christa Blum, Oppenheimerstraße 18, 55271 Stadecken-Elsheim
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige