ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Website-Analyse: Johanniskraut im Internet

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Website-Analyse: Johanniskraut im Internet

Dtsch Arztebl 2003; 100(12): A-740 / B-630 / C-590

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LNSLNS Arzneimittelinformationen häufig mangelhaft
Eine Heidelberger Studie (www.med.uni-heidelberg.de) hat untersucht, wie gut das Internet über Arzneimittel informiert. Die Untersuchung zur Darstellung von Johanniskraut zeigt große Defizite auf. Die Bewertung zufällig ausgewählter englischsprachiger Homepages ergab, dass weniger als ein Viertel ausreichende und zuverlässige Informationen boten. Internet-Seiten, deren Betreiber kein kommerzielles Interesse an der Verwendung von Johanniskraut hatten, schnitten deutlich besser ab.
Wissenschaftler der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie an der Universitätsklinik Heidelberg untersuchten 208 Websites zu Johanniskraut, da die Anwendung des Arzneimittels gegen Depressionen ohne bestimmte Informationen zu Komplikationen führen kann. Dabei zogen die Wissenschaftler formale Kriterien (zum Beispiel Nennung von Autoren und Datum) und inhaltliche Kriterien heran. So überprüften sie beispielsweise, ob die korrekte Anwendung für Johanniskraut und Wechselwirkungen mit anderen Arzneien erwähnt wurden. Nur 22 Prozent der Websites gaben an, dass die einzige wissenschaftlich belegte Indikation für Johanniskraut die Depression ist. Ebenfalls 22 Prozent erwähnten wenigstens eine Wechselwirkung, nur zwei Seiten veröffentlichten eine vollständige Liste der möglichen Wechselwirkungen.
In einer zweiten Studie wird die Arzneimittelinformation zu Viagra untersucht. Erste Ergebnisse legen nahe, dass auch hier die Qualität der Information zu wünschen übrig lässt.
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