ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Ökonomie: Gleiche Gültigkeit ist angesagt

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Ökonomie: Gleiche Gültigkeit ist angesagt

Dtsch Arztebl 2003; 100(12): A-763 / B-649 / C-609

Aderkas, Claus v.

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LNSLNS Möhrle hat mit seinem Vergleich zu nicht entschuldbaren Vorgängen der frühen 30er-Jahre und den katastrophalen Folgen Recht. Warum darf ein Arzt nicht seinen Finger in eine noch immer schmerzende Wunde legen, die gerade wieder aufzubrechen droht? (Siehe Mitscherlich und Mielke: „Medizin ohne Menschlichkeit“. Dokumente des Nürnberger Ärzteprozesses oder Prof. Töllner 92. Dtsch. Ärztetag:
. . . „Wo der Arzt sich zum Instrument machen lässt, wo er sich seine unteilbare Verantwortung für sein ärztliches Handeln und Entscheiden abnehmen lässt oder delegiert, sind Ärzte in Gefahr, ihren Auftrag, ihren Beruf und sich selbst zu verraten.“)
Möhrle merkt zu Recht an, dass das Gemeckere wegen der Unter-, Über- und Fehlversorgung Ärzten nicht mehr zuzumuten ist. Wir Ärzte sollten uns selbst nicht unserer Würde berauben, indem wir jeden wirren Gedanken aus der Politik sogleich im vorauseilenden Gehorsam umzu-
setzen versuchen, um uns bereits kurze Zeit später wieder zurückpfeifen zu lassen, weil eine Anordnung schlampig und mit heißer Nadel durchgesetzt wurde. Bevor die Politik nicht endlich in der Lage ist, klar zu definieren, was Grund- und was Zusatzleistungen sind, sollte sich die Ärzteschaft geschlossen das weitere Geschwätz verbieten.
Selbstverständlich habe ich an Qualitätsprüfungen teilgenommen und werde es auch in Zukunft tun – allerdings nur einmal. Ein weiteres Mal erst dann, wenn auch alle anderen Berufsgruppen inklusive Politiker, Krankenkassenfunktionäre und auch Lauterbachs verifizierbare Qualitätsnormen erfüllt haben. Wo nehmen diese Menschen das Recht her, andere nach ihren Maßstäben normieren zu wollen?
Nicht Gleichgültigkeit, sondern gleiche Gültigkeit ist angesagt!
Dr. med. Claus v. Aderkas, Großflecken 66 A, 24534 Neumünter
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