ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Ökonomie: Darf der Ministerberater alles?

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Ökonomie: Darf der Ministerberater alles?

Dtsch Arztebl 2003; 100(12): A-763 / B-649 / C-609

Jonitz, Günther

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LNSLNS Um die Diskussionen nicht abgleiten zu lassen, seien hier die wichtigsten Zitate von Herrn Lauterbach wiederholt:
- „dass Ökonomie und medizinische Ethik übergeordneter Normen bedürfen“;
- „eine Rationierung wird notwendige Folge der Mittelbegrenzung sein. Unter dieser Annahme impliziert eine als gerecht empfundene Mittelverteilung, dass bestimmte Personen von einer optimalen Behandlung ausgeschlossen werden“;
- „da unter der gegenwärtigen Mittelbegrenzung für das Gesundheitswesen eine optimale Versorgung aller Personen nicht möglich ist, beinhalten solche Normen notwendigerweise eine besondere Verpflichtung des Arztes nicht nur dem einzelnen Patienten, sondern der Gesellschaft gegenüber“.
Das heißt: Wir Ärzte sollen im staatlichen Auftrag rationieren. Der von Karsten Vilmar initiierte Begriff vom „sozialverträglichen Früh-
ableben“ wurde heftig kritisiert. Der Ministerberater darf alles? Wenn die Regierung einen Paradigmenwechsel und einen Wechsel des Gesundheitssystems offiziell einleiten will, warum sagt sie es dann nicht offen?
Dr. med. Günther Jonitz,
Präsident der Ärztekammer Berlin, Flottenstraße 28–42, 13407 Berlin
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