ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Positivliste Welche Ethikkommission hat zugestimmt?
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LNSLNS In der Positivliste des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums, die zur Kostenersparnis im Gesundheitswesen beitragen soll, sind unter „Phytotherapie“, „Homöopathie“ und „Anthroposophie“ über 4 000 Präparationen aufgeführt. Die etwa 8 000 notwendigen Doppelblindstudien, die doch sicherlich zum Nachweis der Wirkung und Verträglichkeit dieser Stoffe von anerkannten Wissenschaftlern durchgeführt worden sind, waren leider mit der Liste nicht mitgeliefert worden. Daher würde mich brennend interessieren, welche Ethikkommissionen den Studien zur Behandlung mit Arsen, Salmonella enteritidis, Knollenblätterpilz, Benzin und dem Hodenkrebsauslöser Benzpyren zugestimmt haben. Auch Aflatoxin wird als verordnungsfähig aufgeführt, das selbst in stärksten Verdünnungen gefährlich ist, da es bekanntermaßen das stärkste krebserzeugende Gift der Welt ist – und das, obwohl es laut Aflatoxin-Verordnung des gleichen Bundesministeriums verboten ist, Arzneimittel in den Handel zu bringen, die auch nur eine Konzentration von 10-8 Aflatoxin enthalten. Oder ist das Gehirn der für diese Liste Verantwortlichen durch Anwendung von zu viel Cerebellum bovis (Rinderkleinhirn) schwammig und löchrig geworden?
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Borwin Bandelow, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Göttingen, Von-Siebold-Straße 5, 37075 Göttingen
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