ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Missbrauch: Bedenkliche Überlegungen

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Missbrauch: Bedenkliche Überlegungen

Dtsch Arztebl 2003; 100(12): A-766 / B-651 / C-611

Laube, Wolfgang

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LNSLNS Ich stimme dem Beitrag des Kollegen Fimpel im ganzen Umfange zu. Als umso abstoßender erlebe ich es, wenn ich im gleichen Heft wenige Seiten vorher (Meldung: Psychotherapie – Mehr als nur Lebenberatung) die Behauptung des Herrn Gerhard Schulte, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender des BKK-Landesverbandes Bayern, lese: „Eine künftige Selbstbeteiligung der Patienten an der Behandlung sei jedoch. . . “
Es sollte zu bedenken sein, dass die Forderung einer Selbstbeteiligung durch derart geschädigte Patienten in nicht wenigen Fällen als die Zuschreibung zumindest einer partiellen Mitschuld an ihrer Misshandlung verstanden werden dürfte, was wiederum dazu führen wird, dass es ihnen noch schwerer fällt, sich einer Therapie zu öffnen, als es ohnehin schon der Fall ist. So gesehen sollte die Frage erlaubt sein, ob die Vertreter einer solchen Selbstbeteiligung den Missbrauchstätern letztendlich nicht näher stehen als diesbezüglich ihrer eigentlichen Klientel, den therapiebedürftigen Opfern.
Dr. med. Wolfgang Laube, Theresienstraße 37, 04129 Leipzig
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