ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Spezielle Schmerztherapie

BÜCHER

Spezielle Schmerztherapie

Dtsch Arztebl 2003; 100(12): A-769

Schockenhoff, Bernd

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Schmerztherapie
Vielseitigkeit und Praxisbezug
Bernd Schockenhoff (Hg.): Spezielle Schmerztherapie. Nach den Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer. 2., aktualisierte und ergänzte Auflage, Urban & Fischer, München, Jena, 2002, 747 Seiten, 93 Abbildungen, 111 Tabellen, gebunden, 79,95 €
Brauchen wir ein weiteres Fachbuch zum Thema Schmerz? Eindeutig ja, wenn es konzipiert ist wie die „Spezielle Schmerztherapie“. Es handelt sich um ein Kursbuch, das die Weiterbildung, gleich wo sie stattfindet, begleiten soll. Folglich steht die Vermittlung des Basiswissens der Schmerztherapie im Vordergrund, was nicht bedeutet, dass es sich bei Allgemeinplätzen aufhält.
Neben Grundlagen der Schmerzphysiologie, Pharmakologie und einer Übersicht der Schmerzerkrankungen geht das Werk durchaus auf Detailaspekte der Schmerzmedizin ein. So erfährt der Leser, dass die spinal-cord-stimulation unter Umständen eine Methode zur Behandlung der ansonsten therapierefraktären Angina pectoris sein kann, dass Patienten mit einem bestimmten transdermalen Opioidsystem mit diesem Pflaster zwar baden dürfen, die Wassertemperatur 37 Grad Celsius aber nicht übersteigen sollte. Informationen gibt es auch zu schmerztherapeutischen Möglichkeiten bei einer bestehenden Abhängigkeitserkrankung. Sensible und oft problembehaftete Themen, wie zum Beispiel die postoperative Schmerztherapie im Kindesalter oder die Schmerztherapie während der Schwangerschaft, fehlen nicht.
Gerade diese Vielseitigkeit in Einzelaspekten macht den Reiz dieses Buches aus, wobei es sich nicht in diesen Details verliert. Dafür sorgt eine übersichtliche Gliederung in die Kapitel Grundlagen, Methoden und Krankheitsbilder. Dabei steht das Werk im direkten praktischen Bezug zum klinischen Alltag, wenn es um die Neuberechnung der täglichen Opioiddosis nach Rotation oder um das Vorgehen beim Verschluss eines Portsystems geht.
Formal etwas überproportioniert, aber inhaltlich nicht minder gut sind die Abhandlungen über Kopfschmerzerkrankungen, die die pharmakologischen Neuentwicklungen darstellen. Hinweise zu Möglichkeiten der GOÄ-Abrechnung runden das Buch ab, denn auch Schmerztherapeuten müssen ja irgendwie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Stefan Wirz
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