ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Gastrotoxizität der COX-2-Hemmer

MEDIZIN: Referiert

Gastrotoxizität der COX-2-Hemmer

Dtsch Arztebl 2003; 100(12): A-794 / B-670 / C-630

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LNSLNS Unter der Langzeittherapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika sterben
in Großbritannien zwischen 2 000 und 2 500 Menschen an schweren ga-
strointestinalen Komplikationen. Diese Rate lässt sich durch den Einsatz von COX-2-selektiven Substanzen wie Rofecoxib und Celecoxib signifikant senken.
Die englischen Autoren berichten über eine Metaanalyse von neun randomisierten Studien an insgesamt 15 187 Patienten mit Osteoarthritis oder rheumatoider Arthritis, die mit Celecoxib oder anderen nichtsteroidalen Antirheumatika beziehungsweise Placebo mindestens 12 Wochen lang behandelt wurden. Unter dem COX-2-Medikament lag die Abbruchrate wegen unerwünschter gastrointestinaler Ereignisse um 47 Prozent, die Rate an Ulcera um 71 Prozent niedriger als unter den „klassischen“ NSAR-Medikamenten.
In einer zweiten Studie aus Kanada wurden die Daten von über 66 Jahre alten Patienten analysiert, die zwischen dem 17. April 2000 und dem 31. März 2001 mit nichtselektiven NSAR-Medikamenten (n = 5 391), Diclofenac plus Misoprostol (n = 5 087), Rofecoxib (n = 14 583) oder Celecoxib (n = 18 908) behandelt worden waren. Als Vergleichsgruppe diente eine Kontrollkohorte von 100 000 Personen. Als günstigstes Medikament erwies sich Celecoxib; im Vergleich zu dieser Substanz lag die Blutungsrate für nichtselektive NSAR um den Faktor 4,4, bei Diclofenac plus Misoprostol um den Faktor 3,2 und für Rofecoxib um den Faktor 1,9 höher. Im Vergleich zu Rofecoxib lag das Blutungsrisiko unter der Einnahme nichtselektiver NSAR-Medikamente um den Faktor 1,9 höher, sodass außer Zweifel steht, dass die COX-2-selektiven NSAR-Präparate das Blutungsrisiko signifikant zu senken vermögen. w

Deeks, JJ, Smith LA, Bradley MD: Efficacy, tolerability, and upper gastrointestinal safety of celecoxib for treatment of osteoarthritis and rheumatoid arthritis: systematic review of randomised controlled trials. BMJ 2002; 325: 619–623.

Dr. JJ Deeks, Centre for Statistics in Medicine, Institute of Health Sciences, Headington, Oxford OX 3 7LF, Großbritannien.

Mamdani, M, Rochon PA, Juurlink DN et al.: Oberservational study of upper gastrointestinal haermorrhage in elderly patients given selective cyclo-oxygenase-2 inhibitor or conventional non-steroidal anti-inflammatory drugs. BMJ 2002; 325: 624–627.

Dr. M. Mamdani, Institute for Clinical Evaluative Sciences, 2075 Bayview Avenue G215, Toronto, Ontario, Kanada.

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