ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Forschungsprojekt: Brustkrebs punktgenau aufspüren

VARIA: Technik

Forschungsprojekt: Brustkrebs punktgenau aufspüren

Dtsch Arztebl 2003; 100(12): A-799 / B-674

Marx, Catrin

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Mammographie eines Brusttumors Foto: Novartis
Mammographie eines Brusttumors Foto: Novartis
Berliner Medizintechniker entwickeln eine vollautomatisch gesteuerte Biopsieeinrichtung zur histologischen Untersuchung von Tumoren.

Rund 45 000 Frauen in Deutschland erkranken jährlich an Brustkrebs. Medizintechniker der Technischen Universität Berlin haben mit Kollegen der Charité Berlin ein Gerät entwickelt, mit dem frühzeitig erkannter Brustkrebs und damit kleinste Tumoren millimetergenau punktiert werden können. Für den Nachweis von Mammakarzinomen stehen heute unterschiedliche bildgebende Verfahren, wie die Röntgenmammographie, die Sonographie und die Magnetresonanztomographie (MRT), zur Verfügung. Der Prototyp I, der für die MRT-gestützte Brustkrebsbiopsie entwickelt wurde, befindet sich seit Anfang dieses Jahres in der Berliner Charité im Stadium der klinischen Erprobung. Die neue Einrichtung macht es möglich, ein medizinisches Instrument exakt in die Tumorposition zu fahren und einzusetzen. Experimente mit der entwickelten Navigationsmechanik, mit der nahezu jeder Punkt in der Brust erreicht werden kann, zeigen eine sehr hohe Treffergenauigkeit, sodass sich mit diesem System auch kleinste Tumoren punktieren, markieren oder therapieren lassen.
Zusätzlich wird zur Sicherstellung der Diagnose häufig eine Gewebebiopsie durchgeführt. Mit dem neuen Gerät können kleine Areale in der Brust markiert werden, sodass bei einem eventuell notwendigen chirurgischen Eingriff das zu entfernende Gewebe sofort gefunden werden kann. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber konventionellen manuell geführten Methoden, deren Anwendung oft ungenau ist. Nach schneller Bestimmung der Tumorkoordinaten werden mit dem neu entwickelten Gerät nicht nur Gewebeentnahmen sicherer. Im Bedarfsfall können sämtliche Punktionsvorgänge exakt wiederholt werden.
Die entwickelte Einrichtung ist flexibel einsetzbar und kann nach geringfügiger Modifizierung auch an andere MRT-Gerätetypen adaptiert sowie mit anderen diagnostischen Geräten kombiniert werden. Die Verwendung spezieller Konstruktionen und Werkstoffe macht den Einsatz innerhalb der starken Magnetfelder und engen Platzverhältnisse des MRT möglich. Die Berliner Medizintechniker arbeiten bereits an einem weiteren Prototyp, einem automatisch steuerbaren Punktionsroboter. Weitere Informationen: TU Berlin, Institut für Konstruktion, Mikro- und Medizintechnik, Dovestraße 6, 10587 Berlin. et
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