ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Damenperücke – Kostenübernahme: Streit um maßgefertigtes Exemplar zurückverwiesen

VARIA: Rechtsreport

Damenperücke – Kostenübernahme: Streit um maßgefertigtes Exemplar zurückverwiesen

Dtsch Arztebl 2003; 100(12): A-801

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LNSLNS Die Klägerin leidet seit ihrem 13. Lebensjahr an krankheitsbedingter, nicht behandelbarer totaler Haarlosigkeit. Bis 1996 bewilligte ihr die beklagte Krankenkasse jährlich eine maßgefertigte Perücke aus blondem europäischen Haar. Den Antrag der Klägerin, ihr auch 1997 wieder eine solche Perücke zu finanzieren, lehnte die Krankenkasse erstmals ab. Sie hielt eine serienmäßig hergestellte Perücke für ausreichend.
Orientierung am Blick eines unbefangenen Beobachters
Das Bundessozialgericht hat den Rechtsstreit an das Landessozialgericht zurückverwiesen. Zuvor stellte es fest, dass ein völliger Haarverlust bei einer Frau eine Behinderung im Sinne des § 33 SGB V darstelle. Die Klägerin sei wegen ihrer Krankheit in ihrer körperlichen Funktion beeinträchtigt, da hierzu auch Krankheiten oder Verletzungen mit entstellender Wirkung zählen könnten.
Eine kahlköpfige Frau ziehe ständig alle Blicke auf sich und werde zum Objekt der Neugier. Das habe in aller Regel zur Folge, dass sich die Betroffene aus dem Leben in der Gemeinschaft zurückziehe und zu vereinsamen drohe. Somit habe sie Anspruch auf die Perücke, allerdings nur auf ein Exemplar, das den Verlust des natürlichen Haupthaares für einen unbefangenen Beobachter nicht gleich erkennbar werden lässt. Welche Perücke diesen Anforderungen gerecht wird, müsse das Landessozialgericht prüfen. (Bundessozialgericht, Urteil vom 23. Juli 2002, B 3 KR 66/01 R) Be
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