ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1996Mietvertrag in der Familie

VARIA: Wirtschaft - Berichte

Mietvertrag in der Familie

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LNSLNS Wer eine Wohnung oder ein Haus vermietet, kann die mit der Vermietung zusammenhängenden Aufwendungen als Werbungskosten geltend machen. Bei einem Mietvertrag zwischen nahen Angehörigen achtet das Finanzamt allerdings streng darauf, daß sowohl die Vertragsgestaltung als auch die Durchführung des Vertrags dem zwischen Fremden Üblichen entspricht.
Im Rahmen dieses sogenannten Fremdvergleichs ist nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 7. Mai 1996 (Az.: IX R 69/94) für die Beurteilung eines Mietvertrags zwischen Verschwägerten die Gesamtheit aller objektiv erkennbaren Umstände maßgebend. Einzelnen dieser Gegebenheiten kann dabei im Rahmen der Gesamtbetrachtung eine unterschiedliche Bedeutung zukommen. Daher schließt nicht jede Abweichung vom Üblichen die steuerliche Anerkennung des Vertragsverhältnisses aus.
Im Entscheidungfall hatte die Schwägerin des Klägers nur einen Zweitwohnsitz in dessen Haus. Die Miete für die Wohnung beglich sie in bar, ohne daß in jedem Fall eine Quittung ausgestellt wurde. Außerdem erfolgten die Zahlungen unregelmäßig und meist schon für mehrere Monate im voraus. Trotzdem gewährte das Gericht den geltend gemachten Werbungskostenüberschuß, weil das Mietverhältnis seiner Ansicht nach dem Fremdvergleich standhielt. SIS
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