ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2003Lebensversicherung: Der Erbschaftsteuer aus dem Weg gehen

Versicherungen

Lebensversicherung: Der Erbschaftsteuer aus dem Weg gehen

Dtsch Arztebl 2003; 100(12): [75]

Combach, Rolf

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In Deutschland können 28,1 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten medizinische Leistungen in Anspruch nehmen, ohne Beiträge zu bezahlen. Denn: Ein wichtiger Bestandteil der solidarisch finanzierten Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung ist die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen. Anders als in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung wird medizinische Versorgung von Kindern und nicht berufstätigen Ehepartnern von allen Beitragszahlern getragen.
In Deutschland können 28,1 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten medizinische Leistungen in Anspruch nehmen, ohne Beiträge zu bezahlen. Denn: Ein wichtiger Bestandteil der solidarisch finanzierten Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung ist die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen. Anders als in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung wird medizinische Versorgung von Kindern und nicht berufstätigen Ehepartnern von allen Beitragszahlern getragen.
Die Lebensversicherung soll die Versorgung der Familie beim Tod des Hauptverdieners sicherstellen. Oft fällt aber erst einmal die Erbschaftsteuer an.

Viele Ärzte haben einen wesentlichen Teil ihrer Familienvorsorge auf die private Lebensversicherung aufgebaut. Hat der Ehemann die Lebensversicherung abgeschlossen und ist die Familie beziehungsweise die Ehefrau im Todesfall bezugsberechtigt, besteht die Gefahr, dass das Finanzamt mitkassiert. Auch wenn der Arzt durch eine Bezugsberechtigung zugunsten der Ehefrau dafür gesorgt hat, dass die Versicherungssumme nicht zum Nachlass gehört, muss die Erbschaftsteuer entrichtet werden. Abgesehen von Bagatellbeträgen sind die Lebensversicherungsunternehmen zudem verpflichtet, alle Versicherungsfälle, bei denen Versicherungssummen an andere als die Versicherungsnehmer ausgezahlt werden, dem Finanzamt mitzuteilen.
Zwei Möglichkeiten
Eine herkömmliche Lebensversicherung, die so genannte gemischte Lebensversicherung, kennt eine Alternative: Die Versicherungssumme wird entweder beim Tod des Versicherten oder am Ende einer festgelegten Laufzeit fällig. Dient diese Versicherung der Sicherstellung der Familie für den Todesfall des Ernährers und zugleich zur Ergänzung der Altersvorsorge, dann gibt es folgende Rollenverteilung: Der Ehemann als Haupt- oder Alleinverdiener ist versicherte Person, Beitragszahler und Versicherungsnehmer. Zugleich ist er für den Erlebensfall bezugsberechtigt, wenn die angesparte Summe am Ende der Laufzeit ausgezahlt wird. Im Todesfall des Ehemanns sind die Ehefrau und/oder die Kinder bezugsberechtigt. Stirbt der Mann, ist die Versicherungssumme erbschaftsteuerpflichtig. Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Erbschaftsteuerpflicht zu vermeiden:
c Die Lebensversicherung wird nicht in Deutschland, sondern zum Beispiel in der Schweiz, also außerhalb der Gültigkeit deutscher Steuergesetze, abgeschlossen.
c Die Ehefrau tritt als Versicherungsnehmer und zugleich als Beitragszahler auf. Der Ehemann bleibt aber versicherte Person. Stirbt der Gatte bei dieser Konstruktion, wird die Versicherungssumme der Ehefrau direkt ausgezahlt. Da sie Versicherungsnehmer ist, entsteht keine Erbschaftsteuerpflicht. Der Ehemann sollte sich allerdings bei dieser Gestaltung für den Erlebensfall eine unwiderrufliche Bezugsberechtigung einräumen lassen, damit die Summe ihm zusteht. Bei einer nur widerruflichen Bezugsberechtigung könnte die Ehefrau – etwa im Falle eines Zerwürfnisses – die Bezugsberechtigung zugunsten eines Dritten ändern lassen. Ob sich eine Steuerpflicht ergibt, richtet sich nach der Höhe der Versicherungsleistung: Bei Schenkungen zwischen Ehegatten bleiben 307 000 Euro steuerfrei. Doch kann bei einem späteren Erbfall eine Steuerpflicht entstehen, wenn die Frau vor dem Mann – innerhalb von zehn Jahren nach Fälligkeit der Versicherungssumme – stirbt. Versicherungsleistung und Erbe werden dann zusammengerechnet. Rolf Combach
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