ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2003Kinderunfälle: Gefordert – Mehr Prävention

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Kinderunfälle: Gefordert – Mehr Prävention

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Foto: HANSA-PRESS
Foto: HANSA-PRESS
Zahlen ließen sich drastisch senken, urteilen die Kinder- und Jugendärzte.
Nach der Neugeborenenperiode sterben in Deutschland mehr Kinder an Unfallfolgen als an Infektionskrankheiten oder Krebs. Im Jahr 2000 verunglückten 532 Mädchen und Jungen, davon 240 im Verkehr. Zu Hause ist die häufigste Einzelursache bei Säuglingen das Ersticken, bei Kleinkindern das Ertrinken. An Infektionskrankheiten starben dagegen 122 Kinder, an Krebs 340.
Darauf hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj) Mitte März in Berlin hingewiesen. Dr. med. Jörg Schriever, Beauftragter Kinderunfälle beim bvkj, erläuterte, dass zudem jährlich 3 500 Unfälle zu bleibenden Behinderungen bei Kindern führten.
Schriever und seine Kollegen fordern deshalb von Politikern und anderen Verantwortlichen, ein Vorsorgeprogramm gegen Kinderunfälle auf den Weg zu bringen. Sie regen an, ein Institut für Unfallforschung und Verhütung für den Bereich Heim, Freizeit und Sport zu gründen, wie es anderswo bereits besteht. Außerdem solle es einen nationalen Kindersicherheitstag geben. Notwendig sei es auch, die kommunale Unfallberichterstattung zu verbessern und die Unfallprophylaxe verbindlich in das bestehende Vorsorgesystem für Kinder zu integrieren.
Schriever wies darauf hin, dass sich die Prävention der Verkehrsunfälle bewährt habe. Die Zahl der tödlichen Kinderunfälle sank in diesem Bereich von 2 176 (1970) auf 240 (2000).
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