ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2003Homöopathie: Den Stein der Weisen noch nicht gefunden

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Homöopathie: Den Stein der Weisen noch nicht gefunden

Dtsch Arztebl 2003; 100(13): A-834 / B-708 / C-662

Heibutzki, Beate

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LNSLNS . . . Auf alle Punkte im Einzelnen einzugehen wäre eine Abhandlung für sich. Ein Punkt hat mich allerdings besonders empört: Kein „orthodoxer“ Homöopath hat je behauptet, durch Verwendung von Komplexmitteln würde ein Patient „schwer krank werden oder sogar subito tot umfallen“. Das sollte auch Dr. Lüdke wissen. Komplexpräparate können das Symptombild verändern und damit die richtige Arzneimittelfindung erschweren. Ich empfinde die unsachliche und polemisierende Ausdrucksweise des Kollegen Lüdke gegen die klassisch homöopathisch arbeitenden Ärzte als nicht angepasst für eine Veröffentlichung im DÄ.
Sicherlich ist Hahnemanns Ausdrucksweise bezüglich mancher Krankheitsursachen für uns heutzutage befremdlich. Hahnemann hat sich aber intensiv um ein Erklärungsmodell für kausale Zusammenhänge von Krankheiten bemüht und war damit manchen Zeitgenossen voraus. Heute kennen wir viele Ursachen besser, aber es wäre vermessen zu behaupten, dass wir bereits den Stein der Weisen gefunden haben. Wir glauben zwar, viele Kausalitäten zu kennen. Aber warum gibt es dann Menschen, die mehrere Risikofaktoren aufweisen und die betreffende Krankheit doch nicht bekommen, während andere, die „gesund“ leben, bereits in jungen Jahren schwer erkranken? Hat nicht gerade die Quantenphysik der vergangenen Jahrzehnte eindrücklich gezeigt, dass unsere Vorstellungen von Materie eben auch nur lückenhafte „Modelle“ sind?
So viel zu fruchtbaren und furchtbaren Irrtümern. Die zunehmende Berichterstattung über naturheilkundliche und „alternative“ Heilmethoden im DÄ und seinen „Geschwistern“ (z. B. Niedersächsisches Ärzteblatt 12/2002) scheint mir weniger aus dem Interesse an den Therapieformen selbst zu erwachsen, als vielmehr ein Versuch zu sein, mit allen Mitteln Wege zu finden, um die Löcher in den Kassen der Arztpraxen irgendwie wieder zu stopfen. Ich freue mich über jeden Kollegen, der sich für Homöopathie oder andere naturheilkundliche Verfahren interessiert. Aber wenn, dann bitte auch fundiert und tief gehend, und nicht als oberflächliche Effekthascherei, um mehr Patienten anzulocken.
Dr. med. Beate Heibutzki,
Neue Straße 50, 27432 Bremervörde
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