ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2003Homöopathie: Forderung unterstützen

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Homöopathie: Forderung unterstützen

Dtsch Arztebl 2003; 100(13): A-834 / B-708 / C-662

Jacoby, Armin

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LNSLNS Das beschriebene Problem der Homöopathie – die dogmatisch-religiöse und die naturwissenschaftliche Seite – wird immer weniger zum Problem aufgrund der Forschungsaktivitäten im Bereich der Homöopathie. Die Zahl der Anhänger der dogmatisch-religiösen( besser: klassischen) Seite nimmt ab und isoliert sich zunehmend. Die Vertreter dieser Richtung kapseln sich immer mehr ein und verweigern die wissenschaftliche Diskussion ihrer Religion nach Bewertungskriterien des 21. Jahrhunderts.
Die zunehmende Zahl der Anhänger der naturwissenschaftlichen Homöopathie stellt sich ihren Aufgaben und forscht sowohl im Bereich der Klinik als auch in der Pharmakologie/Grundlagenforschung. Beispielhaft seien hier die klinischen Studien von Vertigoheel bei Schwindel und Zeel comp N bei der Arthrose genannt.
Leider ist jedoch trotz dieser Entwicklung der Begriff der Homöopathie immer noch zu sehr verhaftet mit dem Anhänger der klassischen Homöopathie nach Hahnemann. Auch im Denken der Krankenkassen, der Ärzteverbände und der Pharmakologen muss diese Entwicklung wahrgenommen werden. Die Therapierichtung „Homöopathie“ steht schon lange nicht mehr für die Vertreter der dogmatisch-religiösen Seite, sondern für die der naturwissenschaftlichen Seite. Hier sollten die Ansprechpartner gesucht werden, um das Verständnis dieser Therapierichtung transparenter zu gestalten und letztendlich auch verstehen zu lernen.
Die gängige Praxis beweist schon seit Jahren, dass mit evidenzbasierten homöopathischen Komplexmitteln – zudem ohne eine aufwendige Zusatzqualifikation „Homöopathie“ absolviert zu haben – erfolgreich therapiert werden kann. Leider ist dieser Entwicklung in den Weiterbildungskatalogen „Homöopathie“ der Lan­des­ärz­te­kam­mern auch noch nicht Rechnung getragen worden. Hier haben die Anhänger Hahnemanns immer noch ihren Freibrief, 200-jährige Geschichte zu lehren, ohne neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse fundiert durch klinische und experimentelle Untersuchungen zu berücksichtigen.
Die Forderung von Herrn Dr. Lüdke nach „evidence based homoeopathy“ kann nur nachhaltig unterstützt werden.
Literatur beim Verfasser
Armin Jacoby, Gesundheitsökonomie, Biologische Heilmittel Heel GmbH,
Dr.-Reckeweg-Straße 2–4,
76532 Baden-Baden
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