ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1996Psoriasis-Therapie mit Tacalcitol: Gute Akzeptanz bei den Patienten

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Psoriasis-Therapie mit Tacalcitol: Gute Akzeptanz bei den Patienten

Stoschek, Jürgen

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LNSLNS An einer Psoriasis vulgaris sind etwa zwei Prozent der europäischen Bevölkerung erkrankt. Typisch ist eine gesteigerte Proliferation und gestörte Differenzierung der Keratinozyten, was zur charakteristischen Schuppung der Haut führt. Eine kausale Therapie der Schuppenflechte gibt es nicht.


Auch für Kopf und Gesicht
Zur kleinflächigen lokalen Behandlung leichter bis mittelschwerer Formen der Psoriasis vulgaris ist von Hermal (Reinbek) mit Curato-derm® ein neues Vitamin-D3-Analogon eingeführt worden, das auch im Kopf- und Gesichtsbereich sowie auf anderen empfindlichen Körperarealen auch über längere Zeit angewendet werden kann. Das Präparat wird einmal täglich, bevorzugt abends, dünn auf die befallenen Hautpartien aufgetragen. Die Salbe werde deshalb von den Patienten wesentlich besser akzeptiert, berichtete die Münchner Hautärztin Dr. Hortensia Pfannenstiel bei einer Fachpressekonferenz von Hermal. Dieser praktische Vorteil komme vor allem berufstätigen Patienten zugute, die morgens vor Arbeitsbeginn Zeit sparen, sowie älteren Patienten, denen eine mehrmalige Anwendung einer Salbe am Tag oftmals zu beschwerlich sei. Zu den zahlreichen Wirkstoffen, die für die lokale Behandlung zur Verfügung stehen, gehören auch Vitamin- D3-Analoga, die zu Beginn der 80er Jahre von japanischen Wissenschaftlern wiederentdeckt wurden. In den 30er Jahren gab es bereits Therapieversuche mit Vitamin-D3-Analoga, die systemisch gegeben, wegen der Gefahr der Kalzifizierung aber wieder aufgegeben wurden. Als 1982 japanische Forscher eine an Osteoporose leidende Patientin mit einem Vitamin-D3-Analogon behandelten und dabei die Abheilung einer gleichzeitig vorliegenden Psoriasis bemerkten, wurde die Substanz für die Dermatologie wieder interessant.
Calcipotriol, 1992 das erste Vitamin-D3-Analogon, hatte als Nebenwirkungen Hautreizungen, weshalb eine Anwendung im Kopf- und Gesichtsbereich nicht empfohlen wurde. Der Wirkstoff von Curatoderm® ist Tacalcitol, ein synthetisches Struktur-Analogon des körpereigenen Vitamin-D3-Metaboliten Calcitriol, das die epidermale Hyperproliferation und die Keratinisierung normalisiert sowie die entzündliche Komponente der psoriatischen Gewebereaktion moduliert. Jürgen Stoschek

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