ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2003USA/Florida: Trip über die Keys

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USA/Florida: Trip über die Keys

Dtsch Arztebl 2003; 100(13): A-866

Sick, Hans-Peter

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Miami Beach: Art Deco District Fotos: Hans-Peter Sick
Miami Beach: Art Deco District Fotos: Hans-Peter Sick
Seit der Euro in den währungspolitischen Keller rauschte, ist ein Urlaub in den USA zu einem etwas teuren Vergnügen geworden. Was tun, wenn man auf einen Trip in das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ nicht verzichten möchte? Einfach bei einem Stopover in Miami für ein paar Tage in das pralle Leben im Art Deco District von Miami Beach oder in das karibische Flair der Florida Keys eintauchen.
Die Alligatoren dösen träge in den Tümpeln des Everglade National Park in der Sonne. Wie eh und je. Schlangenhalsvögel präsentieren stolz ihren Fang an Fischen den an den Uferzonen lustlos dreinblickenden Graureihern. Dazwischen tummeln sich Schildkröten, Blau- und Weißreiher oder manchmal auch ein Fischadler. Ab und zu schlängelt sich eine braune Wasserschlange durch die schwarz-blauen Fluten. Seerosen zeigen ihre gelbe Blütenpracht, braun-grünes Sägegras, so weit das Auge die Prärie der Sümpfe Südfloridas überblickt.
Schnell zahlt man bei einem Essen 25 Euro und mehr, denn Speisekarten haben ihre Tücken. Neben den örtlichen Steuern (zumeist zwischen fünf und sieben Prozent) müssen noch 15 Prozent Bedienung hinzugerechnet werden. Trinkt man noch eine Flasche guten kalifornischen Wein, bezahlt man locker 75 Euro für ein Dinner zu zweit, sofern man nicht ein Fast-Food-Restaurant aufsucht.
Dabei kann man auf Hunderten von Inseln und Inselchen („Keys“), die sich von Miami bis nach Key West erstrecken und durch 42 Brücken miteinander verbunden sind, gemütlich den Tag (und die Nacht) verbringen. Vollmundig nennt sich Key Largo „Hauptstadt des Tauchsports“ parallel zum Beach und bietet ein 240 Kilometer langes Riff, mit über 50 Korallenarten und rund 500 verschiedenen Fischarten. Mit etwas Glück kann man nicht nur in den Tauchgründen des „John Pennekamp State Park“ einem Barracuda ins Auge schauen, während einige Meter weiter eine Meeresschildkröte durchs Wasser gleitet.
Everglade National Park: Alligatoren
Everglade National Park: Alligatoren
Der „Crain Point Hammock“ in Marathon präsentiert in einem kleinen Museum anschaulich Flora und Fauna der Keys. Neben einem der letzten (und größten) Urwälder von Fächerpalmen findet man auf den Wanderwegen der Halbinsel Überreste eines Indianerdorfs und präkolumbianische Relikte. Etwas neueren Datums ist die Siedlung auf Pigeon Key, nur wenige Meilen südlich bei der längsten Brücke der Keys, der „Seven-Mile-Bridge“. Auf einem kleinen Eiland wird zwischen der „US1“ und einer alten Brücke die Geschichte von Henry Flagler, seiner Eisenbahn von St. Augustine nach Key West und der genialen Baukunst der frühen Jahre des 20. Jahrhunderts erinnert. Bahia Honda Key bietet einen sauberen Sandstrand (was in den Keys eher selten ist), der erst kürzlich zum zweitschönsten Strand der USA gekürt wurde (Eintritt: fünf US-Dollar).
Key West:
Für Ausgeflippte
Karibisch ausgeflippt ist Key West am Ende der gut 140 Meilen langen Straße. Mit alten Holzhäusern im Südstaatenstil mit wuchtigen Veranden, Schaukelstühlen, Jalousien, Hängematten zwischen dem bald Jahrhunderte alten subtropischen Baumbestand in den gepflegten Vorgärten und abseits grölender Touristen in der Sloopy Joe’s Bar (die schon Literatur-Nobelpreisträger Ernest Hemingway kannte), in einer Seitenstraße der „Touristenmeile“ der Duval Street gelegen. Key West ist ein Mekka für Ausgeflippte.
Gerade wurde das alte „Harbour District“ restauriert. Aus alten Lagerschuppen entstanden schicke Restaurants und kleine Museen wie das „Turtle Kraals Museum“. Auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik wird die Geschichte der Schildkrötenindustrie des 19. Jahrhunderts erzählt, aber auch auf Artenschutz und die Bedrohung der Tiere hingewiesen. Im Hafen vor der Tür legen die Ausflugsboote zum Dry Tortugas National Park ab, dem natürlichen Lebensraum der Schildkröten in den Keys.
Nicht nur Key Lime Pie sollte man genießen, auch Conch Fritters oder eine Conch Chowder, nennt sich Key West doch auch „Conch Republic“ – eine Anspielung auf die großen, fleischigen Muscheln. Wird die Urlaubs-kasse zu sehr strapaziert, kann man sich im „El Silsary“ (900 Catherine Street) an kubanischen Spezialitäten für zehn US-Dollar locker satt essen.
Kaum entziehen kann sich der Tourist aber dem abendlichen „Kontrastprogramm“ am Mallory Square, wenn Gaukler und Lebenskünstler ihr Varieté-Programm vor den Touristen abspulen und sich ihre Dollar für das nächste Bier (oder den nächsten Joint) verdienen. Wenn über dem Golf von Mexiko (zu dem hier alle „Florida Bay“ sagen) die Sonne zwischen über alle Toppen geflaggten Dreimast-Seglern glutrot im Meer versinkt und dann Beifall von den Tausenden von Schaulustigen erhält, denkt man kaum noch an den hohen Dollarkurs. Dann kassiert die Sonne die ganze Aufmerksamkeit. Wie eh und je. Hans-Peter Sick

Reise-Tipps
Informationen zu den Florida Keys und Key West gibt es bei Get It Across Marketing & Promotion, Neumarkt 33, 50667 Köln, Telefon: 02 21/2 33 64 51, Fax: 02 21/2 3 64 50,
E-Mail: fla-keys@getitacross.de, Internet: www.fla-keys.com
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