ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2003Wissenschaftsrat: Dipl.-Med. war keine Examenszugabe
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LNSLNS Wie auch immer die akademischen Graduierungen der Mediziner in der DDR gesehen werden mögen – sie waren nicht so erhältlich, wie es Herr Schwering in seinem Beitrag darstellt.
So wurde der Titel „Diplom-Mediziner“ keineswegs mit dem bestandenen ärztlichen Staatsexamen verliehen, sondern war an ein eigenes akademisches Diplomverfahren gebunden. Wie bei anderen Diplomverleihungen an den Universitäten und Hochschulen, war dieser Titel nur mit einer wissenschaftlichen Arbeit, positiven Begutachtungen und einer Verteidigung zu bekommen. Ohne erfolgreich verteidigte medizinische Diplomarbeit also auch kein Titel Dipl.-Med.! Er war auch keine Bedingung für die Ausübung des ärztlichen Berufes bzw. die Erlangung der Approbation. Naturgemäß war die Qualität der medizinischen Diplomarbeiten ebenso unterschiedlich wie die für die nächste Graduierung, die so genannte Promotion A zur Erlangung des Dr. med., und unterlag wie diese auch einer Benotung. Dabei konnten besonders wertvolle Diplomarbeiten auf Antrag durchaus auch als Promotionsarbeit anerkannt werden und zur Verleihung des Dr. med. führen. Erst in einem dritten Schritt war in der Regel dann die oberste akademische Graduierung im Rahmen der Promotion B (Habilitation) zu erlangen. Der damit erworbene Titel Dr. sc. med. hatte ab 1971 den bis dahin vergebenen Dr. med. habil. ersetzt.
Die Berufsbezeichnung „Arzt“ war in der DDR zu keiner Zeit ein akademischer Titel.
Prof. Dr. med. Karl-Hans Arndt, Martin-Niemöller-Straße 22,
99086 Erfurt
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