ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2003Mammographie: Kern bleibt wahr
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LNSLNS Der Kern des Vorwurfes von Butz bleibt auch von Prof. Lauterbach selbst unwidersprochen: Lauterbach „veredelt“ Schätzungen über unnötige Biopsien bei Verdacht auf Mammakarzinom zu tatsächlich stattgefundenen Brustoperationen. Das Bundesministerium für Gesundheit, dessen Berater Lauterbach ist, macht gar Brustamputationen daraus. Dieses Vorgehen ist natürlich kein Versehen, es ist Prinzip. Genauso handhabt er nämlich eine Studie der Universität Köln über Sinn und Treffsicherheit von Röntgenuntersuchungen. Aus 576 (!) Aufnahmen, von denen retrospektiv ein Drittel keine entscheidenden diagnostischen Hinweise geliefert hat, schließt Prof. Lauterbach, dass ein Drittel aller Röntgenuntersuchungen in Deutschland überflüssig sei. Durch dieses Vorgehen werden im Falle Mammadiagnostik Hunderttausende von Frauen unnötig verängstigt, zum anderen wird die derzeitige Gesundheitspolitik auf diese Weise flankiert (Brustkrebs-DMP bzw. Verlagerung der Facharztmedizin ans Krankenhaus). So macht man Politik. Man beschreibt ein vermutetes Defizit und bietet die vermeintliche Lösung an. Ein mehr als fahler Beigeschmack angesichts der Wahl der Mittel, die Lauterbach einzusetzen bereit ist, bleibt zurück.
Dr. med. Rainer Rothe, Sonnenstraße 11, 80331 München
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