ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2003Infektiologie: Antibiotika gegen Miasmata
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LNSLNS In seinem Beitrag ereifert sich Dr. Fätkenheuer mit gewissem Recht über die Ungenauigkeit des Ausdrucks „Antibiose“. Er liefert jedoch gleich einen Einwand gegen seine Rüge mit: Gegen den Ausdruck sollte man nicht schon deswegen etwas haben, weil er als Sammelbegriff gebraucht wird, wenigstens solange auf Nachfragen genauere Angaben folgen können. Arzneien nur dann zu verordnen, wenn sie angezeigt sind, ist wohl selbstverständlich.
Aus dem vielleicht flapsigen Gebrauch eines Visitenausdrucks das Verderben einer Fachrichtung abzuleiten, ist kühn geschlossen. Immerhin aber ist das Wort „Antibiose“ korrekt gebildet. Wenn Dr. Fätkenheuer die Ausdruckswahl schon so wichtig ist, sollte er das Wort „Infektiologie“ zurückziehen: Besser wäre die rein griechische „Miasmatologie“. „Infektiologie“ ist ein Hybrid aus zwei verschiedenen Fremdsprachen (Latein und Griechisch) und widerspricht damit den Regeln der Bildung von Fachausdrücken. Ein – in Fätkenheuerscher Ausdrucksweise – „starkes Indiz“ für den Verfall der Fachsprache.
Dr. Wolfgang Beer, Kastenwirtanger 21 a, 85567 Oexing

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