ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2003Krankenhaus-Marketing im stationären und ambulanten Bereich

BÜCHER

Krankenhaus-Marketing im stationären und ambulanten Bereich

Dtsch Arztebl 2003; 100(14): A-906 / B-766 / C-716

Hermanns, Peter M.; Hanisch, Lothar

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Krankenhausmarketing
Praxisnahe und umfassende Darstellung

Peter M. Hermanns, Lothar Hanisch (Hrsg.): Krankenhaus-Marketing im stationären und ambulanten Bereich. Das Krankenhaus als Dienstleistungsunternehmen. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2003, XVIII, 505 Seiten, kartoniert, 99,95 €
Für die Mitarbeiter scheint der Alltag in den Kliniken heute entmutigend und die betriebswirtschaftliche Ergebnisrechnung fatal zu sein. Von privaten Krankenhausträgern, die sich die Rosinen aus dem fetten Kuchen picken durften – ob es klug war, das zuzulassen, wird sich erweisen –, abgesehen, verbünden sich alle kommunalen und freien gemeinnützigen Krankenhäuser in einer Interessengemeinschaft der Bankrotteure, die vorsorglich Insolvenz anmelden müssten, wären sie tatsächliche freie Unternehmungen und würden sie nicht von Kommunen, Kreisen und Ländern finanziert. Doch in der Krise steckt die Chance, sich nach den Prinzipien eines freien Markts auf seine Kunden, die Patienten, einzustellen.
Die Notwendigkeit der Öffentlichkeitsarbeit in Krankenhäusern wird in diesem Buch klar und deutlich beschrieben. Vier von zwölf Kapiteln, von denen sich jedes trotz des trocken scheinenden Stoffs spannend liest, befassen sich mit Public Relations. Das Buch will keine Antwort auf strukturelle Probleme des Gesundheitssystems oder der Lage der Krankenhäuser geben, sondern Wege aufzeigen, wie Patienten für die Abläufe in der Klinik interessiert werden können, wie sie zu Partnern im diagnostischen Procedere und Behandlungsprozess gemacht werden und wie sie künftigen Patienten ihre Klinik empfehlen. Kundenbindung nennt man diese Strategie im Marketing; in der Medizin meint dieses Vorgehen einfach Menschlichkeit in der Hightech-Medizin und Vertrauensbildung.
Es genügt nicht, dass sich Verwaltungschefs als Krankenhausmanager verstehen, dass sie nette Broschüren über ihr Hospital erstellen lassen und Mitarbeiterzeitungen herausgeben, sondern das Krankenhaus als Organismus mit einhelligem Ziel muss nach außen geschlossen auftreten, sich durch reibungsfreies Handeln beweisen und selbst unter größtem Leistungsdruck dem Patienten eine Atmosphäre anbieten, die vielleicht nicht gerade mit Wellness gleichzusetzen ist, aber ihn zufrieden und sicher entlässt.
Das Werk mit über 500 Seiten hat Handbuchcharakter. Seine Praxisnähe begeistert. Die Kapitel sind funktional gegliedert und vermitteln dem sich orientierenden Leser einen schnellen Überblick. Von reiner Theorie ist es weit entfernt; Tabellen und Analysemodelle zum differenzierten Patientenaufkommen sind praktisch anwendbar. Checklisten zur Öffentlichkeitsarbeit erleichtern den Umgang mit den Medien und partnerschaftlichen Organisationen. Auf weiterführende Literatur wird verwiesen, in den seltensten Fällen jedoch wird diese in Anspruch genommen werden müssen. Udo K. Lindner
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