ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2003Asthmatherapie nach Bestimmung der Eosinophilen

MEDIZIN: Referiert

Asthmatherapie nach Bestimmung der Eosinophilen

Dtsch Arztebl 2003; 100(14): A-920 / B-771 / C-721

ME

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LNSLNS Eine Behandlungsstrategie von Asthma, bei der in Abhängigkeit von der Zahl der Eosinophilen im Sputum die antiinflammatorische Therapie angepasst wird, reduziert die Zahl der Asthmaanfälle und die der Einweisungen gegenüber einer Standardtherapie. In einer randomisierten Studie wurden je 34 Probanden entweder nach herkömmlichen Richtlinien (Behandlungsrichtlinien der British Thoracic Society) oder den flexibel anpassbaren Therapiemodalitäten behandelt. Bei Patienten, die nach den etablierten Verfahren behandelt wurden, basierte die Behandlung auf der Beurteilung der Symptomatik, der Exspiration und der Gabe von b2-Agonisten. Bei einer Verschlechterung des Zustands wurde die Behandlung unter anderem durch die Gabe von Corticosteroiden ergänzt. Wenn der Zustand des Patienten länger als zwei Monate stabil war, wurde die Medikation eingeschränkt.
Da sich die Konzentration der Eosinophilen in der Lunge von Asthmatikern einige Wochen vor einer Exazerbation erhöht, vermuteten die Autoren, dass dies ein Indikator für den Krankheitsverlauf darstellt. Wenn die Konzentration der Eosinophilen weniger als drei Prozent betrug, wurde eine minimale antiinflammatorische Therapie mit 100 bis 200 mg Beclometason durchgeführt. Wenn weniger als ein Prozent
Eosinophile vorhanden waren, wurde die Medikation ohne Berücksichtigung der Symptomatik vermindert. Bei mehr als drei Prozent Eosinophile wurde die Behandlung intensiviert.
Im Gegensatz zur Kontrollgruppe, wo 109 Exazerbationen registriert wurden, konnte durch die individuell angepasste Behandlung die Zahl der schweren Exazerbationen auf 35 reduziert werden. Darüber hinaus sank die Konzentration der Eosinophilen im Sputum bei individuell adaptierter Therapie um 63 Prozent und die Zahl der Krankenhauseinweisungen (eine statt sechs in der Kontrollgruppe). Die durchschnittliche Dosis an Corticosteroiden war in beiden Gruppe gleich hoch. me

Green RH, Brightling CE, McKenna S et al.: Asthma exacerbations and sputum eosinophil counts: a randomised controlled trial. Lancet 2002; 360: 1715–1721.

Dr. Ian D Pavord, Institute of Lung Health, Department of Respiratory Medicine and Thoracic Surgery, Genfield Hospital Leicester LE3 9PQ, England. E-Mail: ian.pavord@uhl-tr. nhs.uk

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