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LNSLNS Der Schweizer Rolf Zinkernagel und der Australier Peter Doherty sind für ihre wegweisenden Forschungen zur Immunabwehr mit dem mit 1,7 Millionen DM dotierten Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden (vgl. dazu auch DÄ 42/1996, Rubrik "Akut"). Wie das Preiskomitee bekanntgab, wurden die beiden Wissenschaftler für ihre Entdeckung der "zellvermittelten Spezifität der Immunabwehr" geehrt - der Art und Weise, wie die Zellen des Immunsystems virusinfizierte Zellen wiedererkennen. Ihre Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die Entwicklung neuer Impfstoffe und halfen, die Angriffe des Immunsystems auf das eigene Gewebe (etwa bei Multipler Sklerose und Diabetes) zu verringern.Bereits 1983 erhielten die beiden Ärzte in Deutschland den Paul-Ehrlich-Preis. Die beiden Wissenschaftler hatten von 1973 bis 1975 an der John Curtin School of Medical Research im australischen Canberra entdeckt, auf welche Weise das Immunsystem Zellen erkennt, die von Viren infiziert sind. Ihre Forschungen "erhielten eine unerhörte Bedeutung für die weitere Entwicklung", heißt es in der Begründung.Der 55jährige Doherty und der 52jährige Zinkernagel untersuchten in Canberra, wie sich Mäuse gegen Angriffe eines Virus verteidigten, der Gehirnhautentzündungen hervorruft. Dabei fanden sie heraus, daß die für die Virusabwehr zuständigen weißen Blutkörperchen nicht nur das fremde Virus, sondern auch bestimmte körpereigene Moleküle, sogenannte Transplantations-Antigene, erkennen müssen, um die infizierten Zellen zu vernichten. Nur dank dieser "doppelten Wiedererkennung" attackieren die weißen Blutkörperchen nicht auch wichtige körpereigene Moleküle. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie 1974 in "Nature".Zinkernagel leitet das Institut für Experimental-Immunologie an der Universität Zürich. Der in Basel geborene Wissenschaftler kam 1973 als 29jähriger Gastforscher nach Canberra. Doherty stammt aus Brisbane und arbeitet zur Zeit in der Abteilung für Immunologie der Kinderforschungsklinik St. Jude in Memphis/Tennessee. Er hob hervor, die damaligen Erkenntnisse seien auch auf AIDS anwendbar. afp/ap
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