ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2003Berufsverläufe: Signifikante Unterschiede
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LNSLNS Ich möchte auf die Arbeit von Frau Prof. Andrea E. Abele „Der Schereneffekt bei der beruflichen Entwicklung von Ärztinnen und Ärzten“, Dtsch Med Wochenschr 2002; 127: 2057– 2062, hinweisen. In dieser Longitudinalstudie an 139 weiblichen und 172 männlichen Absolventen des Medizinstudiums wurden signifikante Unterschiede in der Karriereentwicklung, der Kinderbetreuung als auch im subjektiven Erfolgserleben nachgewiesen. Im Gegensatz zu den männlichen Kollegen waren drei Jahre nach dem 3. Staatsexamen mehr Ärztinnen mit Kindern arbeitslos (43 % versus 0), im AiP (23 % vs. 0) oder teilzeitbeschäftigt (14 vs. 3 %). Kinderlose Ärztinnen und Ärzte unterschieden sich ebenfalls in Vollzeit- (89 vs. 97 %) und Teilzeitbeschäftigung (9 vs. 1 %). Nicht anhand von Einzelinterviews, sondern anhand von Antworten innerhalb der Erhebungen wurden bei den Ärztinnen unabhängig von Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung ein schwindendes, berufliches Selbstvertrauen sowie Frustrationserscheinungen eruiert. Die Autoren kommen zu der überspitzten Schlussfolgerung, dass Ärztinnen kinderlos bleiben müssten, ansonsten hätte die Gesellschaft fehlinvestiert. In ihren Augen sind familienfreundlichere Arbeitsbedingungen, die den Ärztinnen die Integration von Berufs- und Privatleben ermöglichen, der zu wählende Ausweg aus dem Dilemma . . .
Dr. med. Anja Moldenhauer,
Institut für Transfusionsmedizin, Universitätsklinikum Charité,
Schumannstraße 20/21, 10117 Berlin
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