ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1996Börsebius über Fonds: Beutelschneider

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius über Fonds: Beutelschneider

Rombach, Reinhold

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LNSLNSLNSLNS Das klingt verlockend. Fidelity, eine der größten Fondsgesellschaften der Welt, verlangt für ihre neueste Creation "Capital-Builder" weder einen Ausgabeaufschlag noch sonstige lästige Umschichtungsgebühren.
Das suggeriert zumindest die aufwendig gemachte Werbung. Wer allerdings das Kleingedruckte im Verkaufsprospekt nachliest, macht die wenig schöne Erfahrung, daß wieder mal der schöne Schein vor dem wahren Kern steht. So behält es sich Fidelity nämlich vor, jederzeit sowohl einen zweiprozentigen Ausgabeaufschlag als auch eine fünfprozentige Rücknahmegebühr einzuführen, wann immer es dem Verwaltungsrat gefällt. Nun mag der besorgte Leser einwenden, das beträfe ihn alles gar nicht. Schließlich würde er seine Investments sowieso mit einer deutschen Fondsgesellschaft abwickeln, das sei allemal sicherer, als mit einer Adresse aus dem fernen Amerika anzubandeln und dann abkassiert zu werden.
Von wegen. In der Tat lassen sich auch deutsche Fondsgesellschaften das Recht in ihre Zulassungsprospekte hineinschreiben, daß auch sie höhere Provisionen erheben könnten, als derzeit tatsächlich geschieht. Der Grund ist schlicht: bei einer nachträglichen Erhöhung stellt sich das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen quer.
Den Vogel schießt die ADIG (Commerzbank) ab. Für einige ihrer Aktienfonds kann sie bis zu acht Prozent Ausgabeaufschlag beim Erstkauf verlangen. Die Frankfurter Metzler Invest langt sogar bei den üblicherweise recht kostengünstigen Rentenfonds hin. Für den MI-Renten-Privatfonds I nehmen die Geldmanager eh schon happige 4,5 Prozent Kauf-Aufschlag, könnten aber auch auf acht Prozent aufstocken.
Bei der (oft zusätzlichen) jährlichen Verwaltungsgebühr lassen einige Fondsgesellschaften jegliches Augenmaß vermissen. So kommt der Sunlife Global Portfolio auf üppige 4,92 Prozent und der Templeton Global Portfolio auf immer noch beträchtliche 3,33 Prozent. Jahr für Jahr. Es lebe die Piraterie. Börsebius
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