ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2003Rheumazentren: Leistungsfähige Strukturen

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Rheumazentren: Leistungsfähige Strukturen

Dtsch Arztebl 2003; 100(15): A-968 / B-813 / C-759

Rautenstrauch, Julia

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Jedes der 25 regionalen Rheumazentren, die im Umkreis von Universitätskliniken liegen, bildet einen Versorgungsverbund aller an der Behandlung von Rheumakranken Beteiligten in einem Gebiet. Grafik: DGRh
Jedes der 25 regionalen Rheumazentren, die im Umkreis von Universitätskliniken liegen, bildet einen Versorgungsverbund aller an der Behandlung von Rheumakranken Beteiligten in einem Gebiet. Grafik: DGRh
Die Zehnjahresbilanz der regionalen kooperativen Rheumazentren spiegelt ihre vielfältigen Aktivitäten wider.

25 Regionale Kooperative Rheumazentren bilden deutschlandweit die Basis der Patientenversorgung im Kompetenznetz Rheuma. In diesen Zentren arbeiten die an der Versorgung von Rheumapatienten Beteiligten auf regionaler Ebene eng zusammen. Im zehnten Jahr ihres Bestehens ziehen die Rheumazentren eine positive Bilanz: Trotz unzureichender Finanzierung ist es ihnen gelungen, leistungsfähige Strukturen für eine ganzheitliche und qualitativ hoch stehende Patientenbetreuung zu etablieren.
Alle Rheumazentren gruppieren sich um eine Universitätsklinik und fassen rheumatologische und kinderrheumatologische Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken und niedergelassene Rheumatologen der Region zusammen. Sie sind Ansprechpartner und Anlaufstelle für die Rheumakranken und kooperieren eng mit Hausärzten, Internisten, Orthopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen und Selbsthilfegruppen. Im Kompetenznetz Rheuma sind die Zentren untereinander und mit den Institutionen in Klinik und Forschung verknüpft.
Die Rheumazentren wurden ab 1992 zunächst im Rahmen einer Anschubförderung durch das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium aufgebaut. Danach mussten sie sich aus eigener Kraft tragen und weiterentwickeln. Wie gut das gelungen ist, zeigt der Jahresbericht 2000, für den bis September 2002 Angaben aus 21 Rheumazentren vorlagen. „Erfreulich ist, dass die Rheumazentren in den letzten Jahren zahlreiche neue Mitglieder gewinnen konnten, was auf eine sehr gute regionale Akzeptanz schließen lässt“, beurteilt Prof. Henning Zeidler, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren und Direktor der Abteilung Rheumatologie der Medizinischen Hochschule Hannover.
Im Vergleich zu 1997 stieg die Zahl der ärztlichen Mitglieder von 900 auf 1 100 und die der Assistenzberufe von 167 auf 218. Darüber hinaus zählen die meisten Zentren auch Verbände der medizinischen Versorgung (KVen, Krankenkassen, Ärztekammern, Rentenversicherer und andere) und Selbsthilfegruppen zu ihren Mitgliedern.
Die Leistungsfähigkeit der Rheumazentren spiegelt sich in ihren vielfältigen Aktivitäten wider. Zur Sicherung des Versorgungsstandards bieten die meisten Zentren regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen, ärztliche Qualitätszirkel und Patientenschulungsprogramme an. Die Zahl der Arbeits- und Projektgruppen ist seit 1997 von 40 auf 49 gestiegen. Diese Projektgruppen (zum Beispiel „Diagnose und Therapieleitlinien“, „EDV und Dokumentation“, „Rehabilitation“, „Kinderrheumatologie“ oder „Fortbildung und Qualitätssicherung“) sorgen für die rasche Verbreitung der im Kompetenznetz Rheuma gewonnenen Erkenntnisse auf Versorgungsebene.
Große Akzeptanz finden die Diagnose- und Therapieleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, die als Instrument der Qualitätssicherung breit eingesetzt werden. Die Rheumazentren liefern außerdem die Daten für das wichtigste epidemiologische Instrument der deutschen Rheumatologie, die bundesweite Kerndokumentation von Rheumapatienten. Die Mehrzahl der Zentren wertet ihre eigenen Daten auch selbst aus, um die Patientenversorgung weiter optimieren zu können.
Die meisten Rheumazentren arbeiten als eingetragene Vereine,
einige auch als Interessenverbund.
14 Zentren verfügen über eine eigene Geschäftsstelle, zehn über einen Koordinator und elf über ein Sekretariat. In dem Bemühen, die Versorgung zu optimieren und neue Therapiemöglichkeiten so rasch wie möglich umzusetzen, stoßen die Rheumazentren aber zunehmend an ökonomisch bedingte Grenzen.
Eine Regelfinanzierung über den Pflegesatz der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung haben nur fünf Rheumazentren erreicht. Elf weitere finanzieren sich aus anderen Quellen, wie zum Beispiel Sponsorengeldern, Drittmitteln oder Mitgliedsbeiträgen. Den übrigen Zentren stehen keine Geldmittel zur Verfügung, ihr Fortbestand ist derzeit allein der Initiative der Beteiligten zu verdanken. Um ihre erfolgreiche Arbeit auch künftig weiterführen zu können, benötigen die Rheumazentren jedoch unbedingt eine langfristige Absicherung der Finanzierung. Dr. med. Julia Rautenstrauch


Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Henning Zeidler
Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Regionaler
Kooperativer Rheumazentren in der DGRh,
Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer
Rheumazentren in der DGRh, Geschäftsstelle,
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Telefon: 05 11/5 32-64 74, Fax: 05 11/5 32-64 74
E-Mail: AG-Rheumazentren@mh-hannover.de
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