ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2003Kopfpauschalen: Nichts spricht gegen einen Modellversuch
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LNSLNS Chronisch Kranke mit identischen Diagnosen können einen sehr unterschiedlichen Versorgungsaufwand verursachen. Daher ist bei einer Vergütung nach Kopfpauschalen die Gefahr der Risikoselektion nicht von der Hand zu weisen. Ein systematischer Fehler der Darstellung liegt aber darin, dass von den vorliegenden Abrechnungsdaten direkt auf einen tatsächlichen Versorgungsbedarf geschlossen wird. Da diese nur die gegenwärtige Realität abbilden, muss man zumindest fragen, ob medizinische oder nicht andere Gründe zu den extremen Unterschieden führen (vgl. die Kontroversen um die Diabetikerversorgung).
Einzelleistungsvergütung beinhaltet immer das Problem der anbieterinduzierten Mengenausweitung. Deswegen haben wir Wirtschaftlichkeitsprüfungen und mit den Praxisbudgets letztlich doch eine Pauschalierung. Eine Kopfpauschale beinhaltet das
Risiko der Unterversorgung. Auch dem kann durch geeignete Maßnahmen gegengesteuert werden. Sie ist aber viel einfacher zu verstehen, leichter kalkulierbar und verursacht weniger Verwaltungsaufwand. Länder wie Italien, die Schweiz oder Holland belegen, dass solche Systeme funktionieren. Nichts spricht gegen einen entsprechenden Modellversuch auch in Deutschland, außer die politisch andere Zielsetzung der KBV.
Dr. med. Stefan Bilger,
Bahnhofstraße 6, 69221 Dossenheim
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