ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2003ADHS: Vereinbarung flächendeckend umsetzen

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ADHS: Vereinbarung flächendeckend umsetzen

Dtsch Arztebl 2003; 100(15): A-984 / B-825 / C-771

Bönner, Gerd

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LNSLNS Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) stellt gerade angesichts seiner vordergründig verführerisch einfachen Diagnosekriterien eines der diagnostisch anspruchvolleren Störungsbilder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie dar . . . Bleibt die Frage des finanziellen und formalen Rahmens für das erforderliche umfassende und flächendeckend notwendige Behandlungskonzept. Nun muss nicht jedes Mal das Rad neu erfunden werden, denn seit 1996 besteht mit Abschluss der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung ein gerade für ADHS-Patienten hervorragend geeignetes ambulantes Angebot zur Diagnostik und Behandlung im multi-professionellen Team. Mit dieser Vereinbarung wurden schon länger bestehende gesetzliche Aufträge umgesetzt, um unter Vorgabe weitreichender Qualitätsstandards eine kontinuierliche, multiprofessionelle und wohnortnahe Betreuung für Kinder und Jugendliche, insbesondere als Alternative zur stationären Behandlung, zu ermöglichen. Diese zunächst von den Ersatzkassen, später auch von den meisten Primärkassen abgeschlossene Vereinbarung hat sich inzwischen langjährig bewährt, die Behandlungsqualität verbessert, und vor allem wurden die Kapazitäten erheblich erweitert.
Umso dringender erscheint es, dass nunmehr auch die noch verbliebenen nicht teilnehmenden Primärkassen der Vereinbarung beitreten. Es kann nicht angehen, dass deren Versicherte, beispielsweise in Niedersachsen und in den meisten neuen Bundesländern, kein vertraglich gesichertes sozialpsychiatrisches Angebot bekommen können und die infrage kommenden Praxen sich wegen des finanziellen Risikos scheuen müssen, ihre Behandlungsmöglichkeiten zu erweitern. Hier müssen vonseiten des BMGS den Worten endlich Taten folgen, indem der längst überfällige Beitritt dieser Kassen zur Sozialpsychiatrie-Vereinbarung jetzt eingefordert wird.
Oder muss doch das Rad immer wieder neu erfunden werden?
Dr. med. Gerd Bönner, Beethovenstraße 9, 34346 Hann. Münden
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