ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2003Schweiz: Beste Saat auf steinigem Boden

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Schweiz: Beste Saat auf steinigem Boden

Dtsch Arztebl 2003; 100(15): A-985 / B-826 / C-771

Lucka, Jens

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Die nicht-budgetierte Einzelleistungsvergütung (a) fördert Leistungsausweitung und Maximalversorgung, die Ex-ante-Fallpauschale im HMO-Modell (b) die optimale Versorgung – dazwischen liegen Behandlungs-Welten. Und solange (a) aus rein ökonomischen Gründen mit 98 % Marktanteil die Versorgung dominiert, kann sich die prinzipiell bessere Medizin (b) nicht durchsetzen. Die Behandlungsstrategie wird weiter von (a) geprägt, was fast zwangsläufig bei (b) zu Verlusten führen muss, da sich im HMO-Modell Über- und damit Fehlversorgung nicht lohnt. Erst wenn es für Arzt und Patienten auch ökonomisch Sinn macht, sich über den medizinischen Nutzen der Behandlung ernsthafte Gedanken zu machen, erst wenn der Marktanteil von (b) 20 % übersteigt, ändert sich überhaupt die Versorgungsstrategie der Leistungsanbieter, erst ab einem solchen Anteil kommen die Vorzüge des Systems zum Tragen. Knauserig ist dabei das HMO-System nur mit Überflüssigem: Der Patient und der Beitragszahler und damit die gesamte Volkswirtschaft wird deshalb die zügige Einführung danken. Zentrale Aufgabe der verfassten deutschen Ärzteschaft sollte es also sein, hier einen fruchtbaren Boden für die gute Saat zu bereiten, damit zukünftig auch in Deutschland eine sinnvollere Medizin betrieben werden kann.
Dr. med. Jens Lucka,
Eielkampsweg 23e, 25469 Halstenbek
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