ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2003Krankengeld: Buhlen um die Zuständigkeit

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Krankengeld: Buhlen um die Zuständigkeit

Dtsch Arztebl 2003; 100(16): A-1029 / B-865 / C-809

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Verletzte irakische Soldaten in einem Krankenhaus in Bagdad. Unten links: eine Kalaschnikow Foto: dpa
Verletzte irakische Soldaten in einem Krankenhaus in Bagdad. Unten links: eine Kalaschnikow Foto: dpa
Die privaten Anbieter wittern ein gutes Geschäft.
Nachdem Bundeskanzler Gerhard Schröder am 14. März angekündigt hat, das Krankengeld zu reprivatisieren, gibt es einen Streit darüber, wer das lukrative Geschäft abwickeln darf. Die Bundesregierung will das Krankengeld zwar aus der paritätischen Finanzierung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgliedern, aber in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) belassen. Der Verband der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) sieht in diesem Modell eine Benachteiligung der privaten Kran­ken­ver­siche­rungen.
Mehr Generationengerechtigkeit und eine maximale Lohnzusatzkostensenkung ließen sich nur mit den privaten Anbietern erreichen, sagte der PKV-Vorsitzende Reinhold Schulte am 7. April in Berlin. Zudem ergebe sich aus einem vom Verband in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten, dass die geplante Krankengeldregelung durch die Benachteiligung der privaten Versicherungen gegen das Grundgesetz und das Europarecht verstoße.
Die GKV-Spitzenverbände warnen vor einer Herausnahme des Krankengeldes aus dem GKV-Leistungskatalog. Das Krankengeld müsse eine Kernleistung der Krankenkassen bleiben, auch wenn künftig die Arbeitgeber entlastet würden, betonten Kassenvertreter am 8. April in Berlin. Eine Lösung mit privaten Anbietern sei wenig sinnvoll, weil diese erst teure Strukturen und Kompetenz aufbauen müssten.
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