ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2003Polymikrobielle Infektionen: Ertapenem – ein neues Betalaktam-Antibiotikum

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Polymikrobielle Infektionen: Ertapenem – ein neues Betalaktam-Antibiotikum

Dtsch Arztebl 2003; 100(16): A-1080

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Neue Antibiotika werden nach Aussage von Dr. Volker Schäfer (Frankfurt/Main) dringend benötigt. Denn je breiter die Auswahl, desto unwahrscheinlicher sei die Entwicklung von Resistenzen. Deshalb begrüße er, dass mit Ertapenem (Invanz®) eine weitere Option für die empirische Initialtherapie schwerer polymikrobieller Infektionen zur Verfügung stehe.
Ertapenem ist ein Betalaktam-Antibiotikum mit sehr breitem Wirkspektrum. Erfasst werden die meisten ambulant erworbenen grampositiven und gramnegativen aeroben und anaeroben Bakterien, einschließlich Staphylococcus aureus, Streptococcus pyogenes, Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae und Bacteroides fragilis. In der Regel reicht eine Monotherapie aus. Nur bei Verdacht auf eine Beteiligung von Chlamydien und Mykoplasmen sei die Kombination mit einem Makrolid-Antibiotikum erforderlich, nannte Schäfer die Vorteile. Als Ertapenem-resistent gelten im Wesentlichen für nosokomiale Infekte verantwortliche Keime wie Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter-Spezies und methicillinresistente Staphylokokken sowie Enterokokken.
Die Dosis von Ertapenem beträgt – unabhängig vom Körpergewicht und Alter des Patienten – 1 g und wird nur einmal täglich über 30 Minuten infundiert. Dies gilt auch bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion (mit Ausnahme einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min/
1,73 m²). Das Risiko für Interaktionen mit anderen Arzneimitteln ist gering.
Einsatzgebiet von Ertapenem ist die Behandlung ambulant erworbener polymikrobieller Infektionen auf der Normalstation. Unter den Bedingungen einer „kalkulierten Soforttherapie“ – also ohne vorherige mikrobiologische Abklärung – wurde der Stellenwert von Ertapenem an fast 2 000 Patienten untersucht. Die europäische Zulassung umfasst
- ambulant erworbene Pneumonien,
- intraabdominelle Infektionen und
- akute gynäkologische Infektionen.
Darüber hinaus liegen klinische Daten zur Behandlung komplizierter Harnwegsinfekte und Haut-/Weichteilinfektionen vor. Bei allen fünf Krankheitsbildern war die Monotherapie mit Ertapenem mindestens ebenso wirksam – klinisch (Rückgang der Indexinfektion) und mikrobiologisch (Eradikation) – wie die jeweilige Vergleichsmedikation. Dabei handelte es sich um antibiotische Standardstrategien wie Ceftriaxon mit/ohne Metronidazol oder Piperazillin/Tazobactam. Auch in Hinblick auf Verträglichkeit und Sicherheit unterschieden sich die Studienkollektive nicht wesentlich. Gabriele Blaeser-Kiel

Symposium und Pressekonferenz zur Einführung von Ertapenem (Invanz®) in Hamburg der Firma MSD Sharp & Dohme
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