ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2003Internetauftritte: Wenig informativ

Versicherungen

Internetauftritte: Wenig informativ

Dtsch Arztebl 2003; 100(16): [75]

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Die untersuchten Websites:Victoria Versicherung AG, DEVK Versicherungen, HUK 24 AG, mamax Lebensversicherung AG,NV-Versicherungen VVaG, DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG, Gerling- Konzern, Allianz AG, Gothaer Versicherungen, Ineas BV, und ASPECTA Lebensversicherung AG
Die untersuchten Websites:Victoria Versicherung AG, DEVK Versicherungen, HUK 24 AG, mamax Lebensversicherung AG,NV-Versicherungen VVaG, DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG, Gerling- Konzern, Allianz AG, Gothaer Versicherungen, Ineas BV, und
ASPECTA Lebensversicherung AG
Verbraucherschützer haben die Websites von Versicherungsunternehmen untersucht.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv), Berlin, hat auf schwerwiegende Informationsdefizite bei Versicherungsanbietern im Internet aufmerksam gemacht. Die Verbraucher hätten in den wenigsten Fällen die Möglichkeit, sich vollständig über die angebotenen Produkte und ihre Rechte zu informieren, sagte Wolfgang Scholl, vzbv-Referent für Versicherungen. Eine aktuelle Untersuchung des vzbv belege, wie wichtig eine gesetzliche Pflicht für die Versicherungen wäre, fair, klar un
d wahr über ihre Produkte und die Rechte der Verbraucher zu informieren. Diese Verpflichtung müsse durch wirksame Sanktionen bei Verstößen begleitet werden, sagte Scholl.
Nach Auffassung der Verbraucherschützer ist eine umfassende Reform des Versicherungsvertragsrechts überfällig. So sollten die Versicherungen verpflichtet werden, über gravierende Deckungslücken und für Verbraucher besonders nachteilige Produktcharakteristika zu informieren. Könne eine Versicherung nicht nachweisen, dass sie ausreichend informiert habe, müssten die nicht ausreichend angezeigten Kosten als nicht vom Verbraucher geschuldet gelten. Nicht offenbarte Deckungslücken sollten dann unwirksam sein.
Bei seiner Untersuchung hat der vzbv die Websites von Versicherungen mit besonders starker Internetpräsenz überprüft. In der Untersuchung heißt es: „Nur wenige Anbieter stellten dem Verbraucher die für ihn wichtigen Informationen auf ihrer Website so zur Verfügung, dass er sie einfach auffinden und verstehen kann. Häufig werden für den Versicherer besonders nachteilige Informationen sogar komplett vorenthalten.“ So sei in allen untersuchten Versicherungssparten (außer bei Kfz-Versicherungen) nicht über wesentliche und teilweise existenzbedrohende Deckungslücken oder gravierende wirtschaftliche Nachteile der angebotenen Produkte aufgeklärt worden. „Wie verheerend ein fehlender Versicherungsschutz für den Verbraucher sein kann, hat die Hochwasser-Katastrophe im vergangenen Jahr gezeigt“, sagte Scholl.
Der vzbv nennt zwei Beispiele, um die mangelnde Informationspolitik der Unternehmen zu verdeutlichen:
- Bei Hausratversicherungen informiert nur einer der sieben Anbieter über den fehlenden Versicherungsschutz bei Elementarschäden wie Überschwemmung, Erdbeben oder Erdrutsch.
- Bei Kapital-Lebens- und fondsgebundenen Versicherungen informiert keiner der Anbieter über die zum Teil erheblichen Abschlusskosten und die daraus resultierende massive Beeinträchtigung der Verfügbarkeit der angesparten Gelder. In der Angebotsberechnung wird nur in einem Fall die unterstellte Verzinsung genannt. Jedoch wird auch hier keine Aussage dazu gemacht, worauf sich die Verzinsungsannahme gründet. JF
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