ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2003Wasserschaden: Falsche Adresse, kein Geld

Versicherungen

Wasserschaden: Falsche Adresse, kein Geld

Dtsch Arztebl 2003; 100(16): [75]

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LNSLNS Wer aus Aufregung oder Unaufmerksamkeit einen Schadensfall an seiner Immobilie zunächst bei der falschen Versicherung meldet, erlebt eventuell ein böses Erwachen. Möglicherweise entfällt die Zahlungspflicht der Versicherung .
Großer Ärger für einen Hausbesitzer: In seiner Immobilie war ein eingefrorenes Wasserrohr geplatzt und hatte einen Schaden an Gebäude und Einrichtung in Höhe von mehr als 70 000 Euro verursacht. Wegen der finanziellen Konsequenzen machte sich der Eigentümer allerdings zunächst keine Sorgen, weil er für diesen Fall versichert war. Er reichte seine Schadensmeldung an die Gesellschaft weiter und wartete auf eine Antwort.
Die angeschriebene Versicherung teilte ihm jedoch nach einiger Zeit mit, dass sie gar nicht zuständig sei. Also unternahm der Betroffene einen zweiten Versuch und wandte sich nun an den richtigen Vertragspartner. Die Meldung traf zwei Monate nach dem Vorfall bei der Gesellschaft ein. Diese weigerte sich allerdings, das Geld vertragsgemäß auszuzahlen. Der Hausbesitzer habe zu lange gewartet, ehe er seine Ansprüche geltend machte.
Der Eigentümer blieb trotz gültiger Versicherung auf seinen Kosten sitzen. Das Oberlandesgericht (OLG) Zweibrücken schloss sich dem Argument der Fristüberschreitung an. Nach zwei Monaten habe die Gesellschaft keine Möglichkeit mehr gehabt, die Ursache des Schadens sofort zu überprüfen, und deswegen sei ihr eine Auszahlung nicht zuzumuten (OLG Zweibrücken, Az.: 1 U 187/99). Da half auch der Hinweis auf die versehentliche Falschmeldung nichts. Im Vertrag war klar festgelegt, dass eventuelle Ansprüche unmittelbar mitzuteilen seien. rco
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