ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2003Börsebius zu Aktien: Strong Buy

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zu Aktien: Strong Buy

Dtsch Arztebl 2003; 100(16): [76]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Aktien haben keine Seele, kein Gefühl, kennen kein Erbarmen und haben schon gar nicht irgendeine Art von Gedächtnis. Wer sich nun fragt, warum es überhaupt einer Erwähnung dieser Zuschreibungen an dieser Stelle bedarf, das sei doch wohl klar wie nur irgendwas, übersieht einen der ganz wesentlichen Aspekte in der Innenwelt eines Anlegers.
Börse ist nämlich pure Psychologie, heißt es immer wieder so schön wie unscharf. Im harten Alltag der geplagten Anleger, die sich jeden Tag den Kursteil aus der FAZ oder einem anderen Wirtschaftsteil hernehmen, bedeutet jeder schmerzlich zur Kenntnis genommene Kursverfall tagtäglich immer wieder ein Kampf mit der eigenen narzisstischen Befindlichkeit und löst im Laufe der Zeit immer größere Aggressionen gegen die Aktie selbst aus.
„Wieso fällt dieses blöde Stück immer weiter, der Titel muss doch wissen, wie ich ihn eingekauft habe.“ So wird also der ach so anonymen Aktie nun plötzlich Leben eingehaucht mit allen erwarteten Tugenden wie Fairness und Toleranz, es könne doch wohl nicht sein, dass der Aktie mein persönlicher Riesenverlust egal ist.
Es bedarf kaum der weiteren Erwähnung, dass sich jedermann darüber im Klaren sein muss, dass es einer Aktie wirklich schnurz ist, wie das persönliche Verhältnis eines Käufers ihr gegenüber zu sein habe, es existiert schlicht nicht.
Großes Wehklagen sollte ob dieser Offensichtlichkeit allerdings nicht einsetzen. Wer klug ist, verkehrt die im „Schlechten“ gemachte Erfahrung andernorts in klingende Münze. Wie geht das?
Andererseits schert sich eine Aktie auch nicht darum, wenn jemand bereits 20 oder 30 Prozent Kursgewinn selbst binnen kurzer Zeit erzielt hat. Ihr ist sowieso egal, dass in ihr ein Verdoppelungs-Potenzial steckt. Wer also glaubt, Bayer etwa könne einem nicht „antun“, auf 20 Euro zu steigen, weil sie schon drei Euro auf den Kaufkurs zugelegt hat, und jetzt gelte es, sie schnell abzustoßen, bevor die Aktie etwas merkt, ist sicher nicht klug beraten. Solche „Strong Buy“-Kandidaten, wie starke Kaufempfehlungen bei Experten auch genannt werden, sind neben Bayer sicher auch die Deutsche Post, die Telekom, Allianz und die Lufthansa. Das Einzige, was
vom Anleger erwartet wird: die Aktie in Ruhe gedeihen lassen.

Leserservice:
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