ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1996Gebührenordnung: Rabatte aushandeln

SPEKTRUM: Leserbriefe

Gebührenordnung: Rabatte aushandeln

Waurick, Helmuth

Zu dem "Seite eins"-Beitrag "Ablenkungsmanöver" in Heft 33/1996
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LNSLNS Der Artikel zeigt, wie hilflos die deutsche Ärzteschaft gegenüber den regelmäßig wiederholten Vorwürfen der Beutelschneiderei, des Rechnungsbetrugs etc. ist. Es ist dem Durchschnittsbürger aber nicht übelzunehmen, wenn die zweckorientierten Pamphlete der verschiedenen Interessenten bei ihm auf fruchtbaren Boden fallen. Er kann nicht wissen, daß die "Einfachsätze der GOÄ" in vielen Fällen nicht einmal die Unkosten decken und die ärztlichen Rechnungen nicht auf willkürlich multiplizierten Gebühren beruhen.
Ursache ist, daß an der antiquierten Gepflogenheit eines "Gebührenrahmens mit Steigerungssätzen" festgehalten wird.
Es ist außerdem unklug, wenn eine amtliche Gebührenordnung Honorare mit anscheinend beliebigen Preisvariationen ausweist (wer kennt schon die "Allgemeinen Bedingungen"?).
Helfen könnte nur, wenn die BÄK leistungsgerechte Honorare erarbeiten und – davon ausgehend – als Gebührenrahmen mit dem BMG Rabatte aushandeln würde, die die Ärzte den einzelnen Patienten oder Kostenträgern aus sozialpolitischer Verantwortung gewähren . . . Theoretisch gibt es ein einfaches Rezept, wie diese prinzipielle Änderung der GOÄ unmittelbar und kostenneutral umgesetzt werden könnte: Ein Neudruck der GOÄ könnte für eine Übergangsphase lediglich gemäß Paragraph 5 GOÄ die Höchstsätze des 3,5- beziehungsweise 2,5- beziehungsweise 1,3fachen und (in Paragraph 5.2 – 5.5) die entsprechenden Rabatte enthalten. (Der jetzt 2,3fache Satz entspräche dann einem Rabatt von 34,29 Prozent auf den ausgedruckten 3,5fachen Satz.) Das BMG dürfte es schwer haben, mit plausiblen Argumenten diese Umstellung abzulehnen. Jedes Rechnungsprogramm könnte diese Umrechnung leicht bewältigen. Bei einer Novellierung der Gebührenordnung müßten dann die derzeit noch vielfach fiktiven Gebühren in leistungsgerechte Grundhonorare umgewandelt werden. Wahrscheinlich würde das zu keiner wesentlichen Kostensteigerung führen, weil leistungsgerechte Honorare der Versuchung entgegenwirken, aus Not den Ermessensspielraum des Paragraphen 1.2 der GOÄ großzügig auszulegen. Dr. med. Helmuth Waurick, Aegidienberger Straße 16, 50939 Köln
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