ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1996Qualitätssicherung: Keine essentielle Förderung der Arbeit

SPEKTRUM: Leserbriefe

Qualitätssicherung: Keine essentielle Förderung der Arbeit

Zaugg-Wörner, R.

Zu dem Beitrag "Evaluation von ärztlichen Qualitätszirkeln" von Dr. med. Berndt Birkner in Heft 30/1996
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LNSLNSLNSLNS Die Qualitätssicherung, wie sie schon in der Industrie mit weniger oder mehr Erfolg praktiziert wird, will man jetzt auch im Gesundheits-Markt einsetzen. Ich erlaube mir einige Fragen und Bemerkungen dazu:
Ist eine geistige Autonomie gewährleistet beim Einsetzen der QS? Was bedeutet die QS in Einrichtungen, in deren Zentrum die Arbeit mit Menschen steht, sei es pflegend, fördernd, erziehend oder in der Psychotherapie? Kann man eine QS nicht nur bei äußeren Regelungen festlegen?
Im Zentrum der medizinischen Arbeit steht die Menschenbegegnung, oder sollte sie wenigstens sein, die sich nur in Freiheit menschenwürdig gestalten kann, eine alte Forderung der Französischen Revolution, die bis heute noch zu erfüllen wäre . . .
Die Qualitätssicherung, wie sie heute üblich ist, wird daher mit Sicherheit keine essentielle Förderung der Arbeit in Praxen, Kliniken und menschenorientierten Institutionen bringen können.
Jürg R. Zaugg-Wörner, Langobardenstraße 11, 70435 Stuttgart
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