ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2003Arzt und Patient – Begegnung im Gespräch

BÜCHER

Arzt und Patient – Begegnung im Gespräch

Dtsch Arztebl 2003; 100(17): A-1117

Geisler, Linus

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LNSLNS Arzt-Patient-Verhältnis
Reflektierte Erfahrung
Linus Geisler: Arzt und Patient – Begegnung im Gespräch. Wirklichkeit und Wege. 4., erweiterte Auflage, pmi Verlag AG, Frankfurt/Main, 2002, 415 Seiten, 34,90 €
„Statt zuzuhören, habe ich gesprochen.“ Dieses Bekenntnis steht am Anfang des Buches. Es bleibt nicht das einzige Eingeständnis: Allein die prägnante Aufzählung weiterer typischer Fehler der Gesprächsführung in diesem „Bekenntnis statt eines Vorwortes“ böte genug Stoff für manche Meditation über das eigene Erleben der Arzt-Patient-Interaktion.
Dieser Einleitung folgen 400 Seiten voll Leben und reflektierter Erfahrung. Man merkt dem Buch an, dass der Autor, ehemaliger Chefarzt der Medizinischen Klinik des St. Barbara Hospitals in Gladbeck, aus der ärztlichen Praxis kommt. Gleichzeitig ist er in der Lage, diese praktische Tätigkeit fundiert nicht nur unter psychologischen, sondern auch unter philosophischen Gesichtspunkten zu reflektieren.
Einleitende Kapitel vermitteln, aufgelockert durch Beispiele, Grundsätzliches zum Gesprächsrahmen und zur Theorie der Kommunikation. Ausführlicher werden konkrete Situationen erörtert (zum Beispiel „Gespräche gegen die Angst“, „Arzt und Patient am Telefon“). In der Neuauflage wurden einige Kapitel, etwa über geschlechtsspezifische Kommunikationsunterschiede, über die Rolle des Internets als Informationsquelle für Patienten sowie über interkulturelle Unterschiede im Erleben von Krankheit und Kommunikation, ergänzt.
Der Autor, Mitglied der Enquete-Kommission „Ethik und Recht in der modernen Medizin“ des Deutschen Bundestages, versteht es, den erfahrenen Praktikern unter seinen Lesern immer wieder einen Anstoß zur fast meditativen Betrachtung der eigenen Interaktion mit den Patienten zu vermitteln. Nur an wenigen Stellen fällt eine fehlende Aktualisierung des Textes ins Auge, etwa wenn Bevölkerungszahlen auf die Bundesrepublik von 1987 bezogen sind oder wenn auf eine „kürzlich“ erschienene Arbeit von 1985 hingewiesen wird. Aber vielleicht denkt die Weisheit auch in anderen zeitlichen Dimensionen. Ulrich Schuler
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