ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2003Johanniskraut: Nachweis von Hyperforin im Gehirn von Mäusen

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Johanniskraut: Nachweis von Hyperforin im Gehirn von Mäusen

Dtsch Arztebl 2003; 100(17): A-1146

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Die Frage, ob wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe von Johanniskrautextraken überhaupt an das zentrale Nervensystem gelangen, ist im Tiermodell beantwortet. Bei der Maus wurde Hyperforin nach Fütterung im Gehirn nachgewiesen. Hyperforin ist einer der Hauptinhaltsstoffe standardisierter Johanniskrautextrakte. Im Modell ist die Hemmung mehrerer synaptosomaler Transmittersysteme als möglicher antidepressiver Wirkmechanismus der Extrakte beschrieben. Ob und in welchem Umfang jedoch die Inhaltsstoffe überhaupt ins Gehirn gelangen, war bisher durch keine Studie belegt. Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz (Frankfurt/Main) hat dazu eine Untersuchung an Mäusen durchgeführt. Zwei Stunden nach Fütterung mit wässrigem Natrium-Hyperforin wurden die Tiere reseziert und der Zellaufschluss des Gehirns einer Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie-Massenspektroskopie unterworfen. Dabei konnte der Wirkstoff nachgewiesen werden.
Neu ist auch eine Metaanalyse jüngerer placebokontrollierter Studien zur Wirksamkeit von fünf Präparaten mit mindestens 0,1 Prozent Hyperforingehalt. Nach Angaben von Dr. Michael Berner (Freiburg) zeigte sich bei den 890 Patienten unter Verum mit 50,3 Prozent eine deutlich höhere Responderrate als in den Placebogruppen (39,4 Prozent) mit insgesamt 845 Teilnehmern.
Die Wirksamkeit des standardisierten Hypericum-Extrakts WS 5570 (3 × 300 mg/die) bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen (Hamilton Depression Skala, 17-Item-Version) belegt eine prospektiv randomisierte Doppelblindstudie bei 374 Patienten: Nach sechswöchiger Behandlung war der Ausgangswert von 22 Punkten auf der Hamilton-Skala auf zehn abgefallen – unter Placebo auf dreizehn. Die Responderrate lag nach Angaben von Dr. Angelika Dienel (Karlsruhe) mit 53 deutlich höher als im Placebo-Arm (43 Prozent), Gleiches gelte für die Remissionsraten (46 versus 37 Prozent). Dr. Renate Leinmüller

Pressekonferenz „Johanniskraut“ in Frankfurt/Main, veranstaltet von Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel
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